Was hat uns an TOR denn noch ganz dringend gefehlt?

Sie kündigen aber neue Funktionen wie den Support für Virtual Reality an

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Überwachung des tages

Benutzt hier jemand TOR, um sich anonym im internetz zu bewegen, um bei der kommunikazjon über empfindliche temen nicht persönlich identifizierbar zu sein oder um geschäfte im so genannten „darknet“ zu machen? Der staat, in dem du lebst, will aber nicht, dass du anonym bleibst…

„Pirate bay“ des tages

Die zurzeit in etlichen europäischen staaten zensierte webseit „the pirate bay“ ist selbstverständlich auch als TOR hidden service verfügbar.

Wer mir das nicht glaubt und sich gerade darüber wundert, dass der brauser beim klick auf den link nur eine fehlermeldung anzeigt, probiere einfach diesen brauser aus, und schon regnet es schokotschipps vom himmel. Willkommen im „darknet“! War doch gar nicht so schwierig… 😉

„Werte- und freiheitsgemeinschaft NATO“ des tages

Anders als der „pösen, pösen russe“ hat die regierung der türkei mal wieder erhebliche zensurmaßnahmen fürs internetz nötig, und überwacht und analysiert für diese filterung auch den kompletten datenverkehr.

Seit kurzem ist das Anonymisierungsnetzwerk Tor in der Türkei fast vollständig blockiert, dies berichten die Blogger von Turkey Blocks. Der Direct-Access-Mode von Tor sei mittlerweile für beinahe alle User des Landes nicht mehr zu erreichen, der Bridge-Modus funktioniere zwar derzeit noch größtenteils, allerdings sei bei einigen Providern bereits ein Downgrade dieser Verbindungen zu bemerken. Solche Maßnahmen haben zum Ziel die Geschwindigkeit der betreffenden Verbindungen dermaßen stark zu reduzieren, dass sie praktisch nicht mehr nutzbar sind

Die sind in der NATO, und demnächst werden sie in der europäischen unjon sein! (Sobald ein bisschen gras über die sache gewaxen ist, so drei monate nach der bummstagswahl, werden die p’litverbrecher davon sprechen, dass man aufeinander zugehen und miteinander sprechen muss, und rabenmutter Merkel wird da in der ersten reihe der arschkriecher stehen und ganz tief ins kleine löchlein reinkriechen. Wenn nix dazwischenkommt, ist die türkei in zwei, drei jahren mitgliedsstaat der europäischen unjon, und wenn etwas dazwischenkommt, gibt es einen sonderstatus durch einen vertrag mit der EU, der einer richtigen mitgliedschaft so nahe kommt, dass niemand den genauen unterschied feststellen kann.)

Benutzt hier jemand TOR unter windohs?

Wenn ihr jeder webseit das ausführen von javascript gestattet, ist diese vorkehrung zur sicherung der eigenen anonymität in den letzten jahren vollständig sinnlos gewesen.

Die frage, warum der TOR-brauser mit aktiviertem javascript kommt, beantwortet sich vermutlich mit der feststellung, dass die feierfox-entwickler es nicht mehr — wie früher einmal möglich — erlauben, javascript abzuschalten. Obwohl es niemals eine gute idee ist, jeder dahergelaufenden webseit eines von asozjalen kriminellen und spitzelsüchtigen polizeien und geheimdiensten übervollen webs (und darkwebs) das ausführen von kohd im brauser zu erlauben.

Wenn euch doch nur jemand vor javascript gewarnt hätte…

Herzlichen glückwunsch

Ich gratuliere der heise-redakzjon und allen technikern in der karl-wiechert-allee dazu, dass sie es geschafft haben, einen „TOR hidden service“ aufzubauen, damit man den heise-publikazjonen leidlich anonym content zustecken kann. Das schafft nicht jeder jornalist… :mrgreen:

Wer auch mal in „darknet“ oder „darkweb“ (so nennt man das jetzt ja, damit es dunkel und bedrohlich klinge) machen möchte: hier ist eine schnelle deutschsprachige anleitung von mir… 😉

Woher mein spöttischer ton über die großspurige meldung kommt, erklärt sich beim lesen der anleitung.

Zensur des tages

Die domäjhn der den inhalten gegenüber neutralen (und damit: unzensierten) torrent-suchmaschine „the pirate bay“ wurde vom königreich schweden konfisziert.

Wer wieder sehen will, was damit der welt verlorengegangen ist, kann die onion-seit der „pirate bay“ unter http://uj3wazyk5u4hnvtk.onion/ besuchen — dies erfordert allerdings TOR. Weitere ausweichdomäjhns werden in den näxsten tagen an allen möglichen stellen in diesem so genannten „internetz“ zu finden sein und sich mit der geschwindigkeit einer interessanten und für viele menschen lebenspraktisch wichtigen informazjon verbreiten. 😉

Ich wünsche den zensoren auch weiterhin viel spaß beim zensieren.

(Die weiseren piraten haben allerdings schon längst eingesehen, dass man doch besser andere protokolle als torrent verwenden sollte. Die zentrale infrastruktur eines erforderlichen träckers macht torrents angreifbar und damit zensierbar.)

„Dark web“ des tages

Tja, ist schon kacke, wenn man eine webseit fürs „dark web“ aufsetzt und den websörver nicht ein bisschen sicher konfiguriert, so dass ein paar informazjonen rausgepustet werden:

In late 2015, Muffet found a dark web search engine with a leaky status page that showed what people were searching for […] Amongst the searches that survived his redactions for distastefulness was the question “how to get rid of 2 bodys”.

[…]

The screen shot below shows the server status page for a European, left-wing magazine that I found on Tor. The page reveals that the magazine, a .onion site, is sharing a server with a completely unrelated .net job website.

The job site isn’t on Tor so its location is public and can be discovered in seconds

Nur für den fall, dass jemand da draußen glaubt, im darknet bewege man sich einigermaßen sicher und kann nicht erwischt werden.

Schlagzeile des tages

Das freie internetz aus österreich:

Netzsperren:
T-Mobile und Kabelplus blockieren „Pirate Bay“

Ich würde jetzt ja gern für meine werten mitleser aus österreich die onion-URL und TOR empfehlen, aber leider ist die beliebte bucht zurzeit nicht als „hidden service“ verfügbar. Ich hoffe, das ändert sich in kürze wieder.

Na, wenn man schon mal einen ausnahmezustand hat…

Ein Verbot von Tor wird hingegen als allgemeine Antiterror-Maßnahme vorgeschlagen

Hej, die massenmörder von paris haben zwar über unverschlüsselte SMS kommuniziert, aber wenn man schon mal gerade dabei ist, kann man ja jede form anonymisierender internetnutzung für illegal erklären. Wisst schon: wegen der sicherheit und so…

Die sperrung der „pirate bay“ steht in der BRD unmittelbar bevor!

Die GEMA und die musikindustrie haben ihre internetzzensurwünsche vom BGH zu geltendem recht erklärt bekommen — und endlich kann mit der fuchtel des „geistigen eigentums“ das internetz durchzensiert werden¹:

Nach zwei Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH, Az. I ZR 3/14 und Az. I ZR 174/14) vom heutigen Donnerstag können Zugangsanbieter grundsätzlich dazu verpflichtet werden, den Zugriff auf Websites mit urheberrechtswidrigen Inhalten zu sperren. Allerdings müsse der Rechteinhaber zunächst „zumutbare Anstrengungen“ unternommen haben, gegen den Täter selbst oder den genutzten Host-Provider vorzugehen

Damit ist davon auszugehen, dass demnächst alle großen zugangsproweider der BRD die „pirate bay“ in der einen oder anderen weise sperren werden.

Ich muss sagen: das gefällt mir. Endlich bekommen ganz viele menschen — ja, es sind viele, die saugen — einen grund, TOR zu benutzen. Denn natürlich gibt es die bekannte und beliebte bucht auch als anonym nutzbaren und praktisch unzensierbaren hidden service. (Dieser link funkzjoniert nur mit TOR.) Und sich einen TOR-brauser zu installieren, den man verwendet, um torrents zu suchen, ist keine raketenwissenschaft, damit müsste also jeder klarkommen. Auch weiterhin viel spaß beim saugen… und natürlich beim teilen! 😉

SHARING IS CARING!

¹Ja, ich habe zensur gesagt. Urheberrechtlich geschützte inhalte können verdammt kleine schnipsel sein, die man praktisch überall findet. Zur zeit läuft zum beispiel ein rechtsstreit vor dem bummsverfaschungsgericht wegen eines zweisekündigen audioschnipsels. Mit diesem vom BGH gesprochenen „recht“ ist — trotz der „hohen hürden“, die wie immer in der BRD-gesellschaft in erster linje eine hürde des auszugebenden geldes sind — eine beliebige internetzzensur möglich, und zwar vor allem gegen kleine, künstlerische und anonym betriebene projekte. Auch dieses blog ist jetzt prinzipjell zensierbar, denn ich habe eben die adresse eines hidden service für the pirate bay veröffentlicht, und damit einen link auf urheberrechtswidrige inhalte gesetzt. Der einzige schutz dagegen ist massenhafter widerstand durch massenhaftes verbreiten der links auf entsprechende seiten im so genannten „darknet“, der das willkürliche, rechtsmissbräuche wegzensieren dieses wissens zur hoffnungslosen aufgabe macht. Und genau das werde ich ab heute tun. Mit der aufforderung, es mir nachzutun. Und mit bitterem, verbitterten und inzwischen sehr unfriedlichen gruß an eine contentindustrie, die mich durch ihre tätigkeiten in den letzten jahren dazu gezwungen hat…

  1. …in der BRD youtube immer wieder über einen proxy zu gucken, weil verblüffend viele videos in der DDR 2.0 nicht mehr sichtbar sind, und das betrifft auch dinge, die ich als investigativen jornalismus bezeichnen würde; und
  2. …mehrere mir persönlich wichtige internetz-projekte einzustellen, zum beispiel das bloggende hannover, das unter den bedingungen des klandestin von den presserverlegern herbeilobbyierten „leistungsschutzrechtes“ ein unkalkulierbares juristisches risiko geworden war.

Dies sind natürlich nur ein paar sehr willkürliche beispiele. Was läuft, ist nicht schutz von werken, sondern von privilegien der contentindustrie — und zwar mit der juristisch verstärkten zensurkeule.

Und ansonsten: lest selbst! Das blahblog musste ich, weil es konzepzjonell nichts als eine linkschleuder (mit zwischen 6.000 und 12.000 lesern pro tag) war, ebenfalls wegen des „leistungsschutzrechtes für presseverleger“ einstellen, da es zum untragbaren juristischen risiko wurde, das leicht zu einem rechtsstreit um einen sechs- bis siebenstelligen betrag hätte führen können.

SHARING IS CARING! Und GEISTIGES EIGENTUM IST KULTURELLER RAUB!

Und demnächst wieder: Laterne, laterne, der neumond frisst die sterne, gehe aus mein licht, gehe aus mein licht, und störe die verwerter nicht!

(Sorry, das ich so viele links über das web-archiv setzen musste, aber das digitale vergessen ist auch so ein tema…)

Nachtrag, 16:00 uhr:

netzpolitik.org
BGH-Entscheidung zu Netzsperren: Die nichtsnutzige digitale Sichtschutzpappe ist zurück

Fratzenbuch über TOR nutzen…

Eine tolle idee für mehr privatsfäre und wisst schon: man kann das fratzenbuch jetzt auch über eine darknet-adresse via TOR nutzen.

Ich kann mir so richtig die zielgruppe für dieses tolle angebot vorstellen. Mitglieder dieser zielgruppe sehen die startseite vom fratzenbuch, wenn sie nicht angemeldet sind, lesen den text der marke „wir wollen deinen realnamen, damit du dich anmelden kannst, und jetzt teil uns mal mit, was du gerade machst, was du gemacht hast, such dir deine freunde bei uns zusammen, damit wir auch wissen, mit wen du das machst und gemacht hast und lade am besten noch ein paar fotos mit dir und deinen freunden hoch und markier deine freunde auf den fotos“; melden sich an und tun das alles… und sagen sich: „Juchu, ich bin anonym im fratzenbuch!“

Es sind ganz harte zeiten für satiriker…

(Die idjoten, die das wirklich machen und damit einen brauser-fingerprint und ein fratzenbuch-cookie fürs fratzenbuch und damit für die NSA einer sehr konkreten person zuordnen, brauchen kein anonymisierungsnetzwerk, sondern eine porzjon handelsübliches gehirn.)

Zitat des tages

Es darf keine freien, anonymen Räume geben

Und hej ja, wer sich mit anonymisierung und verschlüsselung beschäftigt, ist ein extremist. Da ist es nur noch eine frage der zeit, bis aus den rechtsfreien räumen der horch- und morddienste der ferngesteuerte mordroboter — von p’litlügnern und den schreibtischtätern einer hirnfickenden arschlochpresse als „drohne“ verniedlicht — vorbeigeflogen kommt und für sicherheit sorgt.

Immer dran denken, überwachter: du bist terrorist.

Übrigens: Fefe hat seine zweifel. Ich habe bei der geschichte nur meine zweifel daran, dass ein BRD-kwalitätsjornalist den unterschied zwischen einer konfigurazjonsdatei, einigen skripten zur steuerung der softwäjhr¹ und einem kwellkohd der softwäjhr kennt. Ich kenne schließlich die kwalitätsjornalisten hier in der BRD, die unbeleckt von auch nur spuren von sachkenntnis über jedes tema schreiben.

Nachtrag 23:00 Uhr:

Die im Videobericht zu sehenden Unterlagen wurden mir für die Dauer des Interviews vorgelegt. Dort habe ich Quelltexte (tatsächlichen Programmcode in einer mir unbekannten Sprache, mit C++-Einschüben) gesehen, die offensichtlich XKeyscore-Plugins darstellen. In diesem Quelltext, dessen Qualität ich als generell minderwertig einschätzen muss (widersprüchliche Kommentare, Datenkopien mit Fehlern, etc) befand sich tatsächlich fest einkodiert die IP-Adresse meines Servers. Verweise auf eine externe Konfigurationsdatei habe ich keine gesehen.

¹Foto vom „kwelltext“ via netzp’litik.org

Überwachung des tages

Eine Vertreterin des Justizministeriums sei auf die Kernentwickler zugekommen und habe davon gesprochen, dass der US-Kongress Washington das Recht gegeben habe, „alles mit Hintertüren zu versehen“

Wer das liest, wird ja fast ein wenig froh, dass in einer zeit, in der jeder (spätestens in vier jahren zum weihnachtsgeschäft verfügbare) multimediale klopapierabroller einen internetz-zugang „benötigt“, ein großteil der so genannten „unterhaltungselektronik“ in china gebaut wird… moment… 😦