Zitat des tages

Ich weiß noch, wie viele Stunden Arbeit Freunde, Freundinnen und ich selbst in unseren Studium für einfache schriftliche Hausarbeiten verwendet haben, und wie groß die Besorgnis oft war, wissenschaftlichen Ansprüchen nicht zu genügen. Verglichen damit ist die Leichtfertigkeit tatsächlich korrupt, mit der hier offenkundig wertlose Beiträge als wissenschaftliche Forschung zur Veröffentlichung in führenden Zeitschriften akzeptiert wurden, solange ihre Ergebnisse und Positionen nur politisch opportun waren

Lucas Schoppe auf man tau

Und ja, Hadmut Danisch konnte auch nicht widerstehen und schreibt ziemlich treffend von „intellektueller inzucht“…

Darauf hat die welt gewartet

Eine schriftart, die beinahe wie „times new roman“ aussieht, aber deren propotionen so verändert wurden, dass sie rd. ein sechstel mehr papier verbraucht. Ideal für textlängenorientierte wisschenschaftliche arbeiten in schwafelfächern.

Übrigens: richtige wissenschaftliche arbeiten, die nicht so viel mit ideologie, aber dafür etwas mit metode und erkenntnisgewinn zu tun haben, werden auch weiterhin ganz altmodisch in LaTeX gesetzt, und „times new roman“ wird dabei aus ästetischen gründen eher weniger benutzt.

Universitärer bullschitt des tages

Nein, das ist nicht der postilljon!

Die Universität Osnabrück erhält eine bundesweit einmalige Professur, die Latein und internationale Geschlechterforschung verknüpft […] Das Themenfeld „Latinistik und Gender“ werde vom Auswahlgremium der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen als „hochrelevant und äußerst innovativ“ beurteilt, heißt es in einer Mitteilung der Uni Osnabrück. Das zugesprochene Fördervolumen beträgt den Angaben zufolge 472.500 Euro […] Die Uni Osnabrück kündigte an, eine W2-Professur „Klassische Philologie, Schwerpunkt Latein/Genderforschung“ auszuschreiben und zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen

Schon toll, was an Universitäten gelehrt wird, als sei es eine Wissenschaft. Vestimentum non facit monachum.

Wisschenschaft des tages

Immer wieder lustig, worüber man an universitäten der BRD seine dissertazjonen schreiben kann:

Warum denkt man bei Stahl unwillkürlich an Männer, an Härte, an Waffen, an Maschinen, an Ingenieure? Dies ist ein Indiz für die am Beispiel Stahl zu untersuchende These, dass das Machen von Geschlechterkonstruktionen mit dem Machen von Materialitätskonstruktionen einhergeht […] Das Promotionsvorhaben untersucht aus technikphilosophischer und queer-theoretischer Perspektive die Natur und Bedeutung des Materials sowie seiner Ver- und Bearbeitung. Das Projekt wird am Seminar für Philosophie (Prof. Dr. Nicole C. Karafyllis) in Kooperation mit dem Institut für Stahlbau der TU Braunschweig (Prof. Dr.-Ing. Klaus Thiele) durchgeführt

Es bleibt dabei: gender ist opium für die linke. (Wer glaubt, „links“ zu sein und trotzdem nicht mehr versteht, warum ich das wort „für“ hervorhebe, informiere sich einfach bei einem älteren genossen, der noch aus einer zeit kommt, in der es keine „linken“ gab, sondern menschen, die dieses parlament und den kapitalismus überwinden wollten.)

Hat noch jemand lust auf eine universitäre ausbildung…

…aber eigentlich gar keine besondere befähigung und auch kein wissenschaftliches interesse? Dafür hat die universität merseburg jetzt eine gute abhilfe:

Der berufsbegleitende Masterstudiengang Sexologie der Hochschule Merseburg basiert neben anderen theoretischen Grundlagen auf dem Modell sexueller Gesundheit Sexocorporel. Unterschiedliche sexualwissenschaftliche Modelle werden vorgestellt und der Zusammenhang zum Modell Sexocorporel aufgezeigt. Der theoriegeleitete körperorientierte Ansatz von Sexocorporel und die anwendungsbezogenenen Methoden zeigen, wie vielfältig die Einflussfaktoren auf die Gestaltung der Sexualität sind. Es wird aufgezeigt, wie sexuelles Erleben und sexuelles Verhalten über persönliche und soziale Lernprozesse lebenslang entwickelt werden können

Mit anwendungsbezogenen metoden nach dem teoriegeleiteten körperorjentierten ansatz, versteht sich. Viel spaß beim wissenschaftlichen ficken!

Hannover wird cyber cyber

Die Landeshauptstadt Hannover rechnet sich gute Chancen aus, das geplante neue Deutsche Internet-Institut und damit Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Niedersachsen zu holen

Toll!

Es soll sich Fragen rund um Recht, Ethik und wirtschaftlicher Zukunft einer Gesellschaft mit Robotern und autonom fahrenden Autos widmen

Ach, und ich dummerchen dachte schon, es ginge dabei um technik statt um die alimentierung von ein paar juristen, soziologen und vergleichbaren dünnbrettbohrern, die dann von der technik sprechen wie die blinden vom lichte. Als ob es hier noch nicht genug bullschitt-olympiaden gäbe! Moment, wie wird der wissenschaftelnde auswurf verkauft?

In jedem Fall muss das Thema Digitalisierung raus aus dem Elfenbeinturm

Hej, das ist schon aus dem „elfenbeinturm“, ihr flachzangen! Seid ihr schon einmal straßenbahn gefahren? Da liest keiner mehr zeitung. Die haben alle ihre mobilen datensichtgeräte in der hand. Dafür brauchen die keine laberveranstaltungen im neumodischen gelehrtenton… sorry… gelehrt*innenton.

Oh, das geht ja noch weiter:

Schließlich verfügt die Leibniz Universität bereits seit 15 Jahren über ein Forschungszentrum für digitale Bildung, das unlängst um die Schwerpunkte Internet und Web Science erweitert wurde. Die Forscher entwickeln hier innovative Technologien, die einen nahtlosen Zugang zu Informationen im Web ermöglichen sowie das Internet mit der realen Welt und ihren Institutionen verbinden

Mein bullschitt-o-meter ist eben gerade explodiert. Gefühlt jeder hat ein wischofon, und die „differenzieren“ zwischen internetz und realer welt… 😦

Ein Zuschlag würde den Standort Hannover daher noch weiter stärken

Hurra! 😈

Universität des tages

Nein, das ist nicht der postilljon, das ist der ASTA der leibniz-universität hannover, bei dem offenbar der geist von Kurt Schwitters noch anträge formuliert:

Schachverbot jetzt! — für eine gerechtere Welt!!

Nein, keine sorge, es ist nicht halb so schlimm, wie man beim überfliegen satirischen antrages denken könnte, denn dieser antrag wurde nicht einmal zur entscheidung aufgerufen. Aber dass es sich um eine satire handelt, ist auch nicht so direkt aufgefallen…

Ich wünsche angesichts des bis zur vollständigen satireblindheit mit irgendwelchen fernliegenden „first world problems“ beschäftigten „linken“ p’litischen nachwuxes den nachmirkommenden noch viel spaß in der idiocracy oder in der faschistischen diktatur! Gottseidank neigt sich meine scheißzeit langsam zum ende, und ich gehe im bewusstsein, die letzten augenblicke der amerikanisch-europäischen gesellschaften erlebt zu haben, in denen man noch halbwegs frei sprechen und denken durfte, ohne dafür verknastet oder gar ermordet zu werden. Das licht braucht übrigens nicht mehr vom letzten ausgemacht zu werden, es ist schon lange aus.

Ein guter witz noch zur US-wahl…

…aber auch nur, weil es um universitäre vorlesungen in der bummsrepublik deutschland geht. Tolle vorlesung vom leiter der professur für internazjonale p’litik und transatlantische beziehungen. Ja, solche professoren gibts an der uni regensburg. Und ja, es ist ein link zu Hadmut Danisch, aber das fundstück ist wirklich zum brüllen komisch. 😀

Hochkwalifizierter dschobb des tages

Ich frage, in was ich eingegliedert werden soll. Wie er meinem Lebenslauf entnehmen könne, sei ich bereits vollständig in das akademische Leben eingegliedert, werbe immer wieder erfolgreich Forschungsgelder ein, habe lange an verschiedenen Hochschulen unterrichtet, publiziere regelmäßig, halte international Vorträge, arbeite an einem Buch, organisiere aktuell eine internationale Konferenz. Nur eben immer wieder ohne einen Cent Gehalt

„Wicked pedia“ des tages

Kurze ansage eines professors an der technischen universität dortmund:

Zitate aus der deutschen Wikipedia sind ab jetzt in akademischen Abschlussarbeiten an meinem Institut nicht mehr erlaubt. Anders als die englische wird die deutsche Wikipedia von Ideologen dominiert. Außerdem steckt sie in vielen Artikeln zu Wirtschaftswissenschaften und Statistik voller Fehler. Generell ist das Niveau von Artikeln zur Statistik weit unterhalb einer Bachelorarbeit an unserer Fakultät

Weia! :mrgreen:

Denen, die trotzdem noch bei der deutschsprachigen wicked pedia mitmachen, wünsche ich auch weiterhin viel spaß in der löschhölle.

Übrigens: ich kannte den prof. dr. Walter Krämer bislang vor allem für die lesenswerten texte auf „unstatistik des monats“, die mit allgemeinverständlicher erklärung und klarem ton den alltäglichen matematikmissbrauch durch reklame, jornallje und p’litik bewusst machen.

Universitärer bullschitt des tages

Zu dem, was Hadmut Danisch da über die „autonomen tutorien“ des ASTA der TU darmstadt geschrieben hat, habe ich kein wort hinzuzufügen — und ich mag auch sehr ungern ein kleines zitat herauspflücken. Die schreiende dummheit bekommt dort eine treffliche erwiderung und wird mutmaßlich zu dumm sein, um sie als solche zu erkennen…

Aber wenns an der technischen universität schon so aussieht, dann will ich nicht mehr wissen, wies nebenan bei den geistes-„wissenschaftlern“ aussehen wird. Hej, und das werden hier dann schließlich die jornalisten, p’litiker, sozjalarbeiter, pfaffen, psychologen… gute nacht, deutschland, stirb sanft und dumm!