Wissenschaft des tages

Wie sieht es mit der aussagekraft von corona-tests aus? Hier die ganz kurze zusammenfassung eines wohlbegründeten artikels:

Mitte März hat der Generaldirektor der WHO empfohlen: „Testen, testen, testen.“ Aber solange wir nicht wissen, wie verlässlich die Tests sind, kann Testen bei Nicht-Risiko-Gruppen zu vielen falschen Ergebnissen und einem trügerischen Gefühl von Immunität führen. Also empfehlen wir: Nicht nur testen, testen, testen, sondern die Tests testen!

Zahlenspiel des tages

Wenngleich diese Kennzahl für den Umgang mit der Pandemie und für die Möglichkeiten der Lockerung der derzeitigen Politik der sozialen Distanz von hoher Bedeutung ist, sollte sie dennoch mit einer gewissen Vorsicht interpretiert werden, da die Berechnung der Reproduktionszahl keineswegs trivial ist, einige wichtige Annahmen erfordert und daher mit einer erheblichen statistischen Unsicherheit behaftet ist. Deren Größenordnung lässt sich zudem auf Basis der bisherigen Datengrundlage nur schwer abschätzen

Auch weiterhin viel spaß mit p’litikern, die beim faseln von lockerungen — wisstschon, die arme darbende und notleidende wirtschaft — von den offenen kameras und mikrofonen mehr mit zahlen rumjonglieren, als sie überhaupt rechnen können. Wer auf der grundlage von schätzungen, deren mögliche fehler weit jenseits des wertes für lineares waxtum liegen, weitgehende „lockerungen“ einfordert und dabei so tut, als sei das wissenschaft, betreibt propaganda und ist nichts weiter als ein von euren fiesesten feinden aus der scheißwirtschaft geschmierter, stinkender schreibtischmörder.

In diesem sinne: gebt dem verrecken einen namen! Die näxste welle des verreckens ist die Laschet-Merkel-seuche, und sie wäre weitgehend vermeidbar.

Richtige wissenschaft würde in einer situazjon, in der man beinahe gar nichts weiß und beinahe alles schätzt, in einem versuch bestehen, erst einmal bessere daten zu bekommen, um wenigstens kwantisieren zu können, wie gut die schätzungen sind. Dafür bedarf es mindestens einer größeren stichprobe der bevölkerung, um den anteil der symptomfreien und milden verläufe vernünftig abschätzen zu können, noch besser (allerdings auch ungleich aufwändiger) wäre eine repräsentativ ausgewählte gruppe von menschen, die regelmäßig getestet werden, vielleicht um fragebögen nach den arbeits- und lebensumständen und nach sozjalkontakten ergänzt. Daran hat jetzt seit zwei verdammten scheißmonaten niemand interesse, denn mit willkürlichen, in der metodik auf dem niewoh eines horoskopes liegenden, bei bedarf beliebig manipulierbaren zahlen regiert es sich doch viel besser. Und das dafür eingesparte geld kann man doch wunderbar in irgendwelche pleiteunternehmen wie die lufthansa pumpen, deren bonität offenbar nicht mehr hinreicht, dass sie sich in der laufenden niedrigzinsfase mal darlehen aufnehmen, um ihre likwidität sicherzustellen. 🤮

Gruß auch an das statistische bundesamt, dass zurzeit nur melde- und todesfälle erhebt.

Matematikmissbrauch des tages

Die Unstatistik des Monats September ist die angebliche Treffsicherheit des Bluttests für zehn verschiedene Krebsarten im Frühstadium, den Forscher der Cleveland Clinic entwickelt haben. Über ihn berichtete unter anderem die Online-Ausgabe des „Focus“ am 3. September unter dem Titel „Bluttest erkennt 10 Tumorarten im Frühstadium“ und spricht von einer Treffsicherheit bis 90 Prozent. Der Studienleiter nennt den Test im Artikel den „Heiligen Gral der Krebsforschung“. Dabei wird jedoch wie schon beim Heidelberger Brustkrebs-Bluttest (siehe Unstatistik Februar und Mai 2019) lediglich die Trefferrate genannt, nicht jedoch die Falsch-Alarm-Rate. Es bleibt daher völlig unklar, wie häufig der Test bei gesunden Personen fälschlicherweise Krebs diagnostiziert

Lest selbst weiter, es wird ganz anders, als die scheißjornalisten vor ein paar wochen aus den diversen PResseerklärungen abgeschrieben haben. Hier nur das leckerli:

[…] liegt der Anteil der fälschlicherweise als krank diagnostizierten Frauen und Männer durchgehend bei mehr als 99,9 Prozent […]

Weia!

Jornalistischer matematikmissbrauch des tages

Erstens sind die Messpunkte nicht die gleichen – im Jahr 2017 wurden verschiedene Messpunkte aus dem Jahr 2013 gegen bekannte Hochnitrat-Messstellen ausgetauscht. Die Werte an den 2013er Messpunkten sind bis 2017 im Mittel gefallen. Und zweitens gingen 2013 die Jahresdurchschnittswerte, im Jahr 2017 aber die Höchstwerte (über ausgewählte Tage) in die Analyse ein. Die Meldung aus der Rheinischen Post ist also statistisch gesehen der gleiche Unfug, als wollte man die Veränderung der jährlichen landesweiten Niederschlagsmenge durch einen Vergleich der 15 jeweils feuchtesten Orte ermitteln (und dann auch noch für ein Jahr basierend auf dem Durchschnitt pro Ort, das andere Jahr basierend auf dem Tagesmaximum) […] Zum Betrug wird diese Vorgangsweise immer dann, wenn man das Ergebnis als landesweiten Durchschnitt verkauft

Jornalistisches zahlenspiel des tages

Das habt ihr doch auch alle vor ein paar wochen gesehen, als die jornalistischen alarmsirenen gleichlautend, als seien sie gleichgeschaltet aus dem tiefen sommerloch alarmheulten, dass achtzig prozent der insekten in der BRD verschwunden seien, oder? Und anschließend die ganzen p’litiker aus der ersten und der letzten reihe, die ihre sprechbläschen zum besten gegeben haben, weil es so ein insektensterben gibt? Nun, das waren fäjhknjuhs auf grundlage einer etwas „überstrapazierten“ studie.

Ich wünsche auch weiterhin viel spaß dabei, sich ängste und gefühle von der scheiß-contentindustrie machen zu lassen! Die psyche ist billig, die dummheit kostet nichts.