Der schäfer

Da hütet ein schäfer weit weg vom nächsten ort seine schafe und sieht, wie eine große staubwolke auf ihn zukommt. Diese staubwolke wird von einem dicken bmw verursacht, der schließlich staubbedeckt neben ihm zum stehen kommt. Aus dem auto steigt ein junger mann in edlem zwirn und fragt den schäfer: „Wenn ich errate, wie viele schafe sie haben, kann ich dann eins mitnehmen?“

Da schaut sich der schäfer den jungen mann an, der so gar nicht in die situazjon passen will, wirft einen blick über seine schafherde und sagt: „Warum nicht, versuchen sies nur.“

Der junge mann greift in das auto, holt sich seinen klappkompjuter heraus, verbindet diesen mit seinem mobiltelefon, geht im internetz auf eine seit für sattelitenbilder, skännt die gegend mit seinem GPS-navigazjonssystem, öffnet eine datenbank und in erschreckender geschwindigkeit fünfzehn vorbereitete excel-mappen, in die er verschiedene daten einträgt. Nach etwa zehn sekunden rechenzeit ist ein 30seitiger bericht entstanden, den er auf einem kleinen, von der autobatterie gespeisten drucker ausdruckt und sorgfältig liest. Am ende dreht er sich zum schäfer um und sagt: „Sie haben ganz genau 2.719 schafe“.

Sagt der schäfer: „Ja, das stimmt. Suchen sie sich ein schaf aus!“

Da öffnet der junge mann seinen kofferraum, holt eine grobe decke heraus, deckt diese über den rücksitz seines wages und lädt eines der tiere auf den rücksitz. Schon will er einsteigen und weiterfahren, spricht ihn der schäfer an, der ihm die ganze zeit mit ungläubigem blick zuschaute, und fragt: „Wenn ich jetzt ihren beruf errate, geben sie mir das schaf denn zurück?“

Der junge mann antwortet voller selbstgewissheit: „Klar doch, warum nicht?!“

Da sagt der schäfer: „Sie sind unternehmensberater.“

„Ja, das stimmt. Aber woher zum teufel wissen sie das“, fragt der junge mann.

„Ich habe ihnen zugeschaut“, sagt da der schäfer, „und deshalb war es ser einfach. Es fängt damit an, dass sie hierher kommen, obwohl sie niemand gerufen oder gar gebraucht hätte. Zweitens wollen sie eine gegenleistung dafür haben, dass sie mir etwas sagen, was ich schon längst weiß. Und drittens haben sie nicht den schimmer einer ahnung von dem, was ich hier mache, denn als sie sich ein schaf nehmen wollten, haben sie meinen hund genommen.“