Was kann dabei schon schiefgehen?

Wenn sich der moderne gesellschaftliche irrsinn der wischofone mit dem schon etablierten gesellschaften irrsinn der autos verheiratet, dann sieht die vernunft zu, dass sie vorm ergebnis davonrennt, so schnell sie nur kann:

Der Schüssel hat ausgedient, künftig soll das Handy die Tür öffnen. Die Verbindung zwischen Mobilgerät und Auto erfolgt per Bluetooth. So soll man wie mit den Keyless oder Komfort genannten bartlosen Schlüsselsysteme Fahrzeugtüren öffnen und schließen und den Motor starten können, ohne das Smartpone [sic!] aus der Tasche holen zu müssen. Außerdem lassen sich mehrere Schlüssel in der zugehörigen App hinterlegen, damit das Auto von mehreren Familienmitglieder genutzt werden kann

Tja, was kann dabei schon schiefgehen?

  • Ist ja nur so ein wischofon, also eins von diesen geräten, wo sich die kompjutersicherheits-blauäugigkeit aus den neunziger jahren mit der technisch kompetenten kriminalität der zehner jahre verheiratet… da wird es niemals trojaner geben, die den „schlüssel“ einfach „abholen“ und bei einem kriminellen zeitgenossen in einer spezjellen äpp hinterlegen.
  • Ein bisschen scheiße ist es natürlich, wenn der akku des wischfons von irgendeiner alles träckenden S/M-kackdrexscheiße oder einem dummen spiel leergenuckelt wurde und man mit leerem händi vor seinem verschlossenen auto steht. Man könnte ja versuchen, das händi über den ansonsten fast nutzlos gewordenen zigarettenanzünder zu laden, wenn man nur reinkäme.
  • So ein erpressungstrojaner wie „locky“ wird erst dann so richtig lustig, wenn leute ein paarhundert øre dafür blechen müssen, wieder mit ihrem stinkenden atmosfärenkonverter rumfahren zu können. Na, wie oft kriegt das wischofon denn eine sicherheitsaktualisierung, die die schlimmsten löcher stopft? Oh, nie?! Na, so ein pech aber auch. Könnt ja jedes jahr ein neues kaufen. Oder auch mal jedes halbe jahr. Ist auch besser für das wirtschaftswaxtum so. Kauft schon, konsumtrottel!
  • Ein angriff über eine fernattacke ist natürlich auch möglich: der angreifer setzt sich neben dem autobesitzer und funkt das signal zu seinem komplizen am auto, dieser gibt es dort wieder und funkt die reakzjon des autos zurück, diese geht dann wiederum an das händi. Bis das auto „schlüss“ sagt und die tür komfortabel und „keyless“ aufmacht. Eine ideale metode, um ein auto aufzukriegen, ohne dass das wischofon extra aus der tasche geholt werden muss; ganz so, wie die vollpfosten von „volvo“ sich das vorstellen. Das beste daran: dafür braucht man noch nicht einmal schadsoftwäjhr zu programmieren und umständlich das wischofon damit zu übernehmen, und man muss auch die kommunikazjon zwischen händi und auto nicht entschlüsseln, sondern einfach nur roh an anderer stelle wiedergeben; dazu sollte jedes bastelfreudige häckkind mit zwei einplatinenkompjutern und kleinen senderchen imstande sein, wenn mal hundert øre taschengeld nicht für tinnef weggehen. Immerhin — ich kenne „volvo“ als beliebte marke von pädagogen und vergleichbaren päderasten — immerhin eröffnet diese großartige idee von geistig retardierten schlipsträgern den weg zu ganz vielen extremlustigen (und bei etwas umsicht: kaum polizeilich aufklärbaren) „scherzen“ von schülern mit ihrem leerkörper. Die kosten für das zeugs sind schnell eingesammelt, und jemand, ders baut und proggt, wird sich schon unter den schülern finden. Die sind ja trotz intensiver bemühungen des schulbetriebes noch nicht alle totalverblödet.
  • Die frage, ob das dingens gut vom rest der autosteuerung getrennt ist, oder ob man mangels sicherheitskonzept über einen kleinen umweg (zum beispiel so etwas wie ein ausgebeutetes sicherheitloch im digitalen autoradio) mit einem sender und einer guten richtantenne eine vollbremsung auf der autobahn auslösen könnte, will ich gar nicht erst aufwerfen. Aber drauf geschissen, liebe „volvo“-kunden, ihr habt ja eine haftpflichtversicherung… :mrgreen:

    Diese psychjatrisch wertvolle idee von kaufmännisch-verblödeten und technisch völlig inkompetenten schlipsheinis ist so ziemlich eine der blödesten ideen, von denen ich je gehört habe.

    Ich habe ja früher gern unter meine wischofon-texte den kreuzweise stabreimenden¹ text „wenns internetz im händi ist, ists gehirn im arsch“ gesetzt. So einen knackigen, einprägsamen spruch werde ich mir wohl demnächst auch für auto und händi ausdenken müssen… es sei denn, dass ausnahmsweise mal niemand so eine gefährliche scheiße kauft und die verantwortungslosen vollhonks darauf sitzenbleiben.

    ¹Zumindest hier in norddeutschland stabreimend, weil hierzuland ein mit vokal beginnendes wort bei der intonazjon in wirklichkeit mit einem hörbaren, aber nicht notierten stimmritzenknacklaut beginnt. Es funkzjoniert richtig gut, mit diesem nicht notierten laut sprachlich herumzuspielen, weil die meisten menschen nicht verstehen, woher die subtile wirkung kommt. Ich weiß aber, dass das etwa im bairischen nicht sicher geht, weil dort der vokal häufig ohne dieses geräusch erklingt (oder dieses geräusch viel weniger ausgeprägt ist als hier). Deshalb ja auch diese erklärung für deutschsprecher, die in anderen mundarten als ich sprechen…

„Cloud“ des tages

Lassen wir doch einfach die ganzen smart-autos der zukunft — die ihren fahrer wohl viele dinge gar nicht mehr direkt machen lassen werden — doch kommunizieren, indem sie über die „cloud“ daten austauschen. Was kann dabei schon schiefgehen? Und wer wird bei solchen schnittstellen wie „datenauslieferung an winterdienste“ schon an totales bewegungsträcking denken?