Kurz verlinkt

Die große deutsche web-pleite-liste für 2013. Prominent gelistet auch eine einst hochgejubelte seit: schüler-vz. Grüßchen auch an die verlagsgruppe georg von holtzbrinck GMBH! Was BRD-presseverleger im internetz in die hand nehmen, wird sich fast immer in scheiße verwandeln. In teure scheiße. Deshalb brauchten sie ja auch dieses „leistungsschutzrecht“ für presseverleger für ihre „angebote“, die fast schon so frisch sind wie ein resteficken auf einer Ü60-party.

Zwitschern, pluseinsen, fratzenbuchen…

Zwitschern, pluseinsen, fratzenbuchen, das ist es, was die tollen web-zwo-null-nutzer heute machen, um auf den text von jemanden anders aufmerksam zu machen. Selbst wenn sie blogger sind, also eine richtig eigene seit im web haben. Und wenn dann einmal die kwellen von links gezählt werden, heißt es regelmäßig: blogs = 0.

Im Extremfall sind Blogs nur noch Anhängsel eines Facebookprofils

Tja, und irgendwann halten sie fratzenbuch, guhgell doppelplusgut und zwitscherchen für unentbehrlich, weil man sonst ja gar nichts mehr mitbekommt… ach, das tun sie schon… :mrgreen:

Könnt ihr euch noch an „myspace“ erinnern…

Könnt ihr euch noch an „myspace“ erinnern, kurz, bevor das dingens immer bedeutungsloser wurde. Was hat da am meisten genervt? Also neben den vielen idjoten, die es dort gab? Richtig, die teils sehr aufdringliche (und oft auch noch einfach loslabernde oder losplärrende) reklame von irgendwelchen überteuerten däting-abzockern, die mit frauenbildern mit üppigen brüsten die aufmerksamkeit an sich rissen. Nun, „myspace“ ist ja dem fratzenbuch nur vorausgegangen, und das fratzenbuch — ein unternehmen ohne seriöses geschäftsmodell — muss jetzt ja auch geld reinholen, scheiß auf kwalität und scheiß auf die nutzer. Kein wunder, dass da die gleiche art von reklame läuft

Aber die „emma“ wegzensieren, weil sie eine „pornografische“ darstellung von einer nackten, barbrüstigen frau zeigte! Die prüderie 2.0 des US-internetzes zur sozjalsubstituzjon hat kein problem mit titten, wenn damit geld gemacht werden kann, aber sie hat ein problem mit titten, wenn sie jenseits des S/M-geschäftsmodells¹ kostenlos zur verfügung stehen. Ist ja auch scheiße mit dem sex, wenn er nicht kommerzialisiert wird. Tolle welt, die da gebaut wird!

¹S/M = social media. Aus gründen. Hat nichts mit BDSM zu tun…

GEMA vs CSU 1:0

Unfortunately, this EMI-music content is not available in Germany because GEMA has not granted the respective music publishing rights. Sorry about that. -- Host Seehofer und seine Vision für Bayern: hautnah und direkt. Kanal csumedia

Und Horst Seehofer ist offenbar ein ganz besonders pöser raubkopierer, der für seinen tollen wahlkampf den armen künstlern und kreativen die butter vom brot klaut, wie das die propaganda der kontentindustrie ja immer wieder an die wand malt. :mrgreen:

[via]

Nachtrag: inzwischen geht das video [bewusst nicht verlinkt] wieder. Seltsam, wenn ich irgendeine scheiße mit „geistigem eigentum“ auf guhgells juhtjuhb hatte, ging das nie so schnell (und manchmal ging es gar nicht). Aber ich bin ja auch nicht die CSU.

Glotzzwitscherer

Internetz, das ist für viel zu viele menschen, dass sie völlig ungenießbare scheiße in der glotze — so etwas wie eine blahshoh bei Jauch — beglotzen und dabei twittern, was das für eine ungenießbare scheiße ist. Leute! Gibt es nichts hübscheres? Ihr habt da ein internetz vor euch liegen, in dem sich bessere stopfmasse für die sinne findet.

(Fast) ohne worte

Nein, weitere worte dazu sind kaum erforderlich:

Auch wir sind als “Computerhilfen Team” nicht mehr erreichbar, freuen uns allerdings für die über 500 Google+ Einladungen an unsere Leser, die wir Euch vorher noch senden konnten – wir hoffen, Ihr habt mehr Erfolg auf Google Plus!

Hey, die haben uns bei guhgell doppelplusgut weggelöscht, aber wir sind so was von gläubig, dass wir uns darüber freuen, dass wir dieser willkürlich agierenden datenkrake noch über fünfhundert opfer zugespielt haben… mann, werdet doch religjös! Da fällt so eine kombinazjon aus hirnriss, dummheit und sadomasochismus nicht weiter auf.

*kotz!*

Die zwitscherbots

Ich habe in den letzten drei tagen ein kleines experiment gemacht, um mir einen eindruck davon zu verschaffen, wie viele besucher sich von diesem twitterdings zu einem klick hinreißen lassen. Bei mir liegt ein lokales archiv der tagesschau-meldungen der letzten 11 jahre auf einem lokalen websörver vor, und ich habe immer wieder einmal unter dem häschtägg #Vor10Jahren darauf verlinkt.

Das ergebnis, wie es sich in der logdatei zeigte, war bemerkenswert. So ein twieht mit einem link bringt kaum richtige, menschliche leser, aber ein ganzer schmeißfliegenschwarm von irgendwelchen bots schaut sich an, was da verlinkt ist. Nun, das wäre weiter kein problem, denn ich habe für diesen websörver eine robots.txt hinterlegt, damit dort nichts indiziert wird. Schließlich wäre das auch sinnlos, der rechner läuft eher selten (nämlich nur, wenn ich hier bin).

Aber wenn man einmal von den bekannten vertretern absieht, also dem msnbot, yahoos „slurp“ und dem guhgellbot, denn haben alle diese kleinen webabgraser, die sich über twitter ihre ziele zeigen lassen und deren selbstbezeichung ich noch nie gehört habe, eines gemeinsam: Sie schauen sich so eine robots.txt gar nicht erst an. Diese altmodische konwenzjon ist wohl für das so genannte „web zwo null“ nicht mehr gültig. In dieser wüste der stümperei und der so genannten „sozialen softwäjhr“ wird jetzt alles so richtig durchindiziert, egal, wie sinnvoll oder sinnlos das ist.

Alle ächtung!

FAZ: Menschen verlassen „facebook“…

…so der aktuelle (und in meinen augen durchaus erfreuliche) wunsch der FAZ, der als interwju-beitrag für die webseit getarnt wurde. Darin steht wirklich eine menge scheiße, von der einem ganz anders werden kann — und niemand verstehe mich jetzt falsch, ich halte „facebook“ für unerträglich, nicht zuletzt wegen der spämm-artigen werbeformen.

Aber mit so einer gekwirlten scheiße kann man „facebook“ nicht entgegentreten. Hier nur ein paar anmerkungen zum text von mir.

Stowe Boyd gehört zu den Vordenkern im Web 2.0 […]

Denn kann er ja mal erklären, was dieses „web to Zero“ eigentlich sein soll — außer einem griffigen wort für werber und andere fäkalmaden, hinter dem sich ein nichts befindet. Die große neuerung kann ich — als netznutzer der frühesten stunden — jedenfalls nirgends ausmachen. Wenn etwas neu ist, denn ist es die künstliche abhängigkeit von großen unternehmen mit kommerzjellen interessen, die für möglichst alle menschen im netz geschaffen werden soll. Aber das versucht er ja gerade:

[…] Der studierte Informatiker sieht im Internet einen fundamentalen Wandel zum sozialen Netz, der aber erst in den Anfängen steckt.

Aha, ein wandel zum „sozjalen netz“ nennt er diese umwandlung des menschlichen miteinanders zu einem sozjal optimierten geschäftsvorgang.

[…] Facebook, aber auch eine lange Liste anderer Unternehmen, entdeckt ein neues Geschäftsmodell, das auf einem fundamentalem Wandel basiert: Das Web ist primär sozial geworden. […] Daher ist das Internet sehr schnell zu einem Ort der Kommunikation und Interaktion geworden. […]

So so, ich habe jedenfalls schon lange vor der existenz von solchen alles mit reklame vergällenden und jede interakzjon auf geschäftliche verwertbarkeit abskännenen parasiten an der mitmenschlichkeit wie „facebook“, „myspace“, „jappy“ etc. so genannte webforen benutzt, die jetzt übrigens ziemlich tot sind. Allerdings war „freundschaft“ damals noch kein kleines bild, das man wie eine briefmarke in seinem profil sammelt, sondern eine sozjale tatsache. Und bevor ich die webforen benutzt habe, habe ich das olle usenet benutzt, und davor mäjhlboxen. Das einzige, was sich in der zeit im wandel befand, war der grad der kommerzjalisierung, denn dieser wurde immer größer. Na ja, gefühlt hat auch die inhaltsdichte des übers internetz mitgeteilten nachgelassen, aber das lässt sich nicht nur im so genannten „web to zero“ beobachten.

[…] In den kommenden Jahren bildet sich wieder eine neues Internet, das ich das Internet des Flusses nenne, im Gegensatz zum Internet der Seiten. […]

Ja ja, das „internetz des flusses“. Wollen wir mal hoffen, dass nicht allzu viele menschen in der flut von scheiße, die beim hochwasser dieses flusses angespült wird, ersticken. Wenn man nix zu sagen hat und doch den experten spielen will, bedarf es der metaphern.

Viele Unternehmen bauen nur soziale Interaktionen in die fundamentalen Ebenen der Computer-Infrastrukturen hinein. Das Soziale wird in mobilen System wie dem iPad oder in Windows 7 eingebaut sein – und das in einem viel tieferen Niveau, als es Facebook heute ist.

Wie jetzt, kriegen wir demnächst „iAds“ auch direkt auf den desktop geschissen?

[…] Noch sind die sozialen Funktionen in diesen Systemen nicht an erster Stelle, aber das ändert sich gerade. Und mit dieser Änderung werden die selbstdefinierten Plätze wie Facebook von fundamentaleren Dingen wie der E-Mail ersetzt. Jeder kann an jeden und mit jedem Gerät eine E-Mail senden, Facebook ist eine vorübergehende Phase wie es MySpace war. Wichtiger sind die Unternehmen, die die nächste Generation der Geräte wie Apple mit dem iPad oder Nokia bauen, oder Google mit seinen Betriebssystemen Chrome oder Android. […]

Kurz zusammengefasst: die technik bleibt, und entscheidend ist die kaufmännische ausbeutung des über die technik vermittelten, menschlichen miteinanders. Da hat sich aber einer richtig den kühlschrank seiner brust aufgerissen.

[…] Nun, Facebook wandelt sich stetig – und nicht immer zum Guten. Die jüngsten Änderungen haben eine Bewegung weg von Facebook ausgelöst. Viele Menschen verlassen Facebook – und es werden noch mehr werden, weil die Menschen mit den jüngsten Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre nicht mehr einverstanden sind. […]

Was für eine einsicht! Ist ja auch kein wunder, wenn die einstellungen zur privatsphäre bei dieser dreckseit „facebook“ einem orientierungslauf durch einen dschungel gleichen, während überall — auch bei großen und angesehenen internetz-anbietern — allerhand üble datenschutz-pannen bekannt werden. Da ist der wachere teil der menschen schon einmal verunsichert, wenn die benutzerschnittstelle offenbar völlig absichtlich nach dem motto gestrickt wird: „einfache dinge komplex machen, komplexe dinge fast unmöglich machen“. Bei wem da — wie gesagt: im kontext einer kommerzjellen nutzung aller interakzjonen — keine alarmglocke zu schrillen beginnt, bei dem wird wohl selbst der weltuntergang noch verpasst werden.

Übrigens ist „twitter“ vielleicht auch deshalb ein erfolgsmodell, weil es dort sehr einfach ist, seine aktivitäten nur vor selbst ausgewählten personen darzustellen — dass diese alle beim anbieter zusammenfließen und dort ebenfalls missbraucht werden können, lässt sich in einem abstrakten technischen medium leichter verdrängen.

[…] So wird es auch künftig nationale oder internationale Organisationen geben, die Einschränkungen der Interoperabilität verbieten. […]

Wie soll das bitte aussehen? Sollen standards per gesetz vorgeschrieben werden? Hat dieser „web to zero“-vordenker sich eigentlich einmal gedanken darüber gemacht, wer die p’litik bezahlt?

[…] Stimmt. Wie haben noch nicht gelernt, die einflussreichen Menschen zu identifizieren oder zu verstehen, wie groß die Reichweite des Einflusses ist. […]

*prust!* Alles wird anders. *gackerlach!* Ich — ganz ohne jedes „expertenwissen“ — habe jedenfalls schon die einflussreichen menschen identifiziert. Wenn die herkömmliche totholzjornalje oder ihre agenturen etwas rauspusten, wird dies im internet wie in einer großen echokammer wiedergegeben. Ja, ich mache dabei gerade selbst mit. Wir alle machen dabei mit. In diesem völlig nulligen blog, das (aus für mich völlig verständlichen gründen) praktisch keine leser hat, wird dieser text zu einem FAZ-tema wochenlang der meistgelesene text sein. Wer seine augen immer auf der statistik hat, wer nach zugriff und gelesenwerden so süchtig ist wie ein dschunkie nach dem nachsten druck, der wird sich daran orjentieren und immer mehr aus dem großen strom des fürs prägen und anschließenden vergessens industrjell erstellten bullshit richten und so weitermachen. Nichts wird anders, im großen — und daran können alle großen pläne scheitern. Erinnert sich noch jemand an „adnation“? Allerdings ist schon vieles im kleinen anders geworden, und das finde ich gut. „facebook“ finde ich weniger gut — aber das brauche ich hier wohl nicht explizit zu sagen…

Immerhin, er merkt…

[…] Denken Sie an die Trending Topics auf Twitter. Die sind für alle Menschen gleich und betreffen meist irgendwelche Superstars. […]

…selbst, dass dieses „web to zero“ im westenlichen eine echokammer für die tittitainment-njus der content-industrie ist.

[…] Auf diesem Niveau helfen diese Informationen nicht weiter. […]

In der tat, das hilft nicht weiter. Genau so wenig, wie die von reklame und politischer meinungsmache vergällte tageszeitung oder die glotze. Die einzigen informazjonen, die „weiterhelfen“, sind solche von möglichst unmittelbarer lebenspraktischer bedeutung. Also genau der stoff, der sich leichter in der brett-struktur eines herkömmlich gestalteten forums finden lässt, wenn er dort vorhanden ist.

Aber für einen „web to zero vordenker“ ist ja vor allem das abstrakte im miteinander entscheidend…

[…] Im Moment wird an vielen Stellen geforscht, was uns in diesem Informationsstrom beeinflusst. Die Rede ist vom „dritten Netzwerk“. Das ist die Welt, die zwei Schritte von uns entfernt ist. Also nicht meine Freunde oder deren Freunde, sondern die Freunde der Freunde der Freunde. Das sind Millionen Menschen, aber was diese Menschen tun und denken, beeinflusst uns über die Netzwerke. Meist nimmt man diesen Einfluss gar nicht bewusst wahr, aber er ist vorhanden – selbst wenn man nur einen von 100 Menschen aus diesem Netzwerk kennt. […]

…denn dieses lässt sich leichter erforschen, kwantifizieren und letztlich in klingende münze umwandeln.

Geht das nur mir so, oder klingt das bullshit-wort vom „dritten netzwerk“ fast schon wie das wort von der „dritten welt“? :mrgreen:

Und aus der erforschung und kwantifizierung des menschlichen miteinanders in seiner abstrakten (und damit belieblig beeinflussbaren und vorspielbaren) form erwächst dann…

[…] Noch gibt es keine Instrumente, die herausfinden, was im dritten Netzwerk geschieht. Auch die Unternehmen schauen nicht darauf, was die Social-Network-Forschung herausfindet. Aber sobald sie das tun, werden wir eine Revolution erleben. Das ist ein großer Fortschritt, der uns erwartet. […]

…eine *trommelwirbel* REVOLUZJON!!!11! Und ein *fanfarespiel* GROSSER FORTSCHRITT!!ELF! Klar doch, da wird klar, wie gedacht wird.

Und auch „twitter ist ein ganz großes ding…

[…] Twitter wächst schnell. Junge Menschen nutzen Twitter eher selten, weil sie meist die direkte Kommunikation mit Menschen bevorzugen, die sie kennen. Auf Twitter geht es aber um größere Gemeinschaftten von Menschen, die an den Themen interessiert sind, für die ich mich auch interessiere. „Soziales Fernsehen“ ist zum Beispiel eine sehr interessante Anwendung, wenn Menschen auf Twitter über einen Film diskutieren, die sie gerade schauen. Twitter ist auch eine soziale Ebene, die sich über die Nachrichten legt. […]

für das „sozjale fernsehen“ — so nennt man das jetzt offensichtlich unter „web to zero vordenkern“, wenn die menschen vom ständig mitlaufenden, flackernden volxempfänger dermaßen angeödet sind, dass sie nebenbei twittern. Und weil es ja immer wichtig ist, sein expertendasein mit hübschen worten unter beweis zu stellen — bei einem netzwerkadmin, der zu seinem scheff spricht, klingt „vollständige verbindungstrennung“ ja auch viel besser als „steckerziehen“ — soll das dann eine „sozjale ebene“ sein, die sich „über die nachrichten legt“. Wohl auch, damit die teils latente und teils offene psychische manipulatjon in diesen nachrichten besser vergessen werden kann.

[…] MySpace hatte vor Jahren geglaubt, der Sieger zu sein. Aber so schnell, wie die Leute hereingekommen sind, gehen sie auch wieder heraus. Das kann Facebook jetzt auch passieren.

Na, wenn man bei „myspace“ von flash-reklame angebrüllt wird, denn geht man halt irgendwann, wenn man es ein paar male ohne adblocker gesehen hat. (Ich arbeite wegen meines scheißdaseins an ständig wexelnden rechnern und habe diese erfahrung… sorry: „experience“… auch machen müssen.) Und genau das kann auch „facebook“ irgendwann passieren. Denn keines von diesen ganzen drecksangeboten ist letztlich unentbehrlich, und der mehrwert, den sie dem dasein hinzufügen, ist sogar sehr gering. Wohl dem, der von seinen wirklichen freunden telefonnummern und mäjhladressen hat, und wehe dem, der sich auf diesen überflüssigen dreck verlässt.

Die Firma für idjoten

Wenn mich jemand fragt, was ich mir wünsche: Ich wünsche mir, einfach auch einmal so eine firma wie das fratzenbuch zu haben, eine firma, der die kunden wie die idjoten hinterherlaufen, egal was diese firma immer wieder verbockt. Und das auch dann noch, wenn diese firma ihren kunden offen ins gesicht scheißt.

Sagt mal, ihr fratzenbuch-idjoten (nicht die macher sind gemeint, sondern die leute, die es nutzen und für das ei des kolumbus halten), merkt ihr überhaupt noch etwas?!

Bundeswahlkampf 2009 Satire auf Flickr

Außer der Reihe eine Mitteilung in eigener Sache

Dies ist nur ein kurzer Hinweis für alle, die immer noch jenen Teil des „Web Zwo Null“ benutzen, der seinen Hype schon hinter sich hat. Bei Flickr existiert seit heute nachmittag eine neue Gruppe namens Bundeswahlkampf 2009 Satire, deren Absicht und Funktion sich hoffentlich aus diesem Namen hinreichend erklärt. Diese Gruppe wartet darauf, dass sie mit Leben oder doch wenigstens mit vielen satirischen Bildern gefüllt wird.

Es geht in der neu gegründeten Gruppe ausschließlich um die Sammlung von satirischen Bildern zum Bundestagswahlkampf 2009, insbesondere um Satiren auf Plakatentwürfe, Flyer und vergleichbare Werbemittel. Karikaturen, bildhafte Anmerkungen und Fotomontagen können dort ebenfalls ihren Platz finden. Es geht nur um den laufenden Wahlkampf, und nicht um die Politik in ihrer Allgemeinheit. Die Frage, was Satire „darf“, wird dort nicht aufkommen. Die Gruppe hat keine parteipolitische oder ideologische Ausrichtung, jede antretende Partei und jede vertretende Ideologie kann also zum Ziel der Satire werden — auch die unter vielen Netznutzern so beliebte Piratenpartei (die gewiss auch Anlass geben wird). Mit der Gründung dieser Gruppe verbindet sich die Hoffnung, dass der an sich unerträgliche Wahlk(r)ampf ein bisschen erträglicher wird, indem die besonders hohlen Phrasen und Stereotypien in scharfer oder scharfsinniger Form richtig gestellt werden. Allerdings wird Menschenverachtung, Rassismus und jeglicher Aufruf zu illegalen Taten nicht geduldet (so sie nicht entsprechende Auftritt der antretenden Wahlkämpfer satirisch widerspiegelt) und autoritär-despotisch wegmoderiert — wer es anders haben möchte, muss selbst eine Flickr-Gruppe gründen oder etwas Vergleichbares machen.

Die entstehende Sammlung soll als eine Anlaufstelle den Menschen in der Bundesrepublik Deutschland die kommenden Wochen den „Genuss“ der oft etwas faden und fadenscheinigen Aktionen in einem Wahlkampf würzen und versüßen. Sie ist ein Beitrag zur politischen Unwillensbildung, wo immer dieser Unwille seine Anreize in der werbenden „politischen Willensbildung“ findet. Sie will gepflegt, gefüttert und benutzt werden, bis wir die Bundestagswahl endlich hinter uns haben und wieder mit dem alltäglichen Wahnsinn leben müssen.

Wenn möglich, sollten alle Bilder unter einer für die Benutzung durch andere geeigneten CC-Lizenz lizenziert werden, damit auch alle etwas davon haben. Der Wahlkampf ist schließlich ernst genug…

Anschauen? Mitmachen? Hier lang: „Bundeswahlkampf Satire 2009“ bei Flickr

MySpace will keine blogger mehr

Ja, ich habe ein profil bei MySpace, obwohl ich diese von reklame zur unbrauchbarkeit verstümmelte web-zwo-null-kacke kaum ertragen kann. Vor einiger zeit habe ich mal darüber nachgedacht, meinen zugang bei MySpace zu kündigen und auf diesen für mich recht überflüssigen schrott zu verzichten.

Aber das profil hat sich für mich immer wieder als praktisch erwiesen. Wenn man meinen namen in guhgell oder eine andere suchmaschine eingibt, steht es sehr weit oben, und von diesem profil aus verlinke ich die ganzen anderen großen und kleinen projekte, mit denen ich so das internetz bepflastere. Weil ich niemanden mit der besonderen MySpace-„kunst“ völlig überladener profile beeindrucken wollte, ist es übrigens ein sehr einfach gestaltetes profil. Da ich auch an einigen webforen teilnehme, benutze ich dieses profil gern für die angabe meiner hohmpäjtsch — in den meisten ernsthaften foren ist die verwendung von links in der signatur verboten und man kann in seinem profil nur eine URL angeben.

Sicher, ich könnte diesen schrott trotzdem aufgeben, könnte mir schnell eine kleine übersichtsseite basteln, die genau diesen zweck erfüllt und diese irgendwo in das netz stellen, zum beispiel unter einer subdomäjhn einer der domäjhns, die ich sowieso schon nutze. Aber es würde wohl monate dauern, bis diese neu erstellte seite bei guhgell so weit nach oben gespült wird.

Und es ist bemerkenswert: Im moment kommen fast alle leute über das verkackte MySpace-profil zu meinen alben. Es kommt mir fast so vor, als würden diese alben gar nicht mehr anders zu finden sein, seit ich sie von jamendo wegen der entwertung durch gelayerte reklame weggenommen habe. Jemand, der nach meinen alben sucht, landet auch auf meinem verhassten MySpace-profil. Es ist gar nicht mehr lustig…

Manchmal glaube ich, dass dieses profil noch bestehen wird, wenn ich alle anderen projekte aufgegeben habe.

Aber das ist gar nicht mein tema. Mein tema ist, dass zu so einem MySpace-profil auch ein kleines, integriertes blog gehört. Es ist kein tolles blog, aber es ist eben gut in den ganzen MySpace-kram integriert, und deshalb habe ich dieses blog immer wieder einmal ein bisschen befüllt.

Das hat jetzt allerdings aufgehört. Denn MySpace hat seit einiger zeit einen neuen editor für die blogpohstings, und dieser editor ist mit jedem brauser, den ich benutze, völlig unbrauchbar. Er funkzjoniert weder mit dem firefox noch mit dem opera richtig. Es ist mir einfach nicht mehr möglich, auf MySpace einen blogeintrag zu verfassen.

Und ich frage mich, ob MySpace wohl keine blogger mehr haben will. Ob die da nur noch passive konsumenten haben wollen, die eine nichts sagende selbstdarstellung grafisch überfrachtet in das internetz stellen, dabei nach möglichkeit genug über sich mitteilen, dass man schön zielgruppengerecht nervreklame einbetten kann (für obdachlose haben sie übrigens keine angebote) und ob sich die zukünftige interakzjon in diesem „web to zero“ dings auf das bloße sammeln von so genannten „freunden“ beschränken soll, die dabei zu reinen briefmarken fürs profil verkommen. Denn wenn MySpace wollte, dass man dort bloggt, denn würde das bloggen auch funkzjonieren.

Oder soll man etwa einen internetz-exploder benutzen, weil der die ganze scheißreklame nicht rausblocken kann?

Nee, MySpace, es ist echt ein trübe sache…

Anfrage bezüglich linkwerbung

Ihr leute von linklift,

es ist ja nicht so, dass ich zu blöd wäre, mich um reklame zu kümmern, wenn ich irgendwelche klickerpfennige haben wollte. Dennoch gibt es immer wieder einmal anfragen wie die folgende:

Sehr geehrter Herr Schwerdtfeger,

ich würde Ihnen gern ein Angebot für Textlinkwerbung auf xxxx.xxxxxxxxx.de unterbreiten. Ist dies prinzipiell möglich? Sind Sie da der richtige Ansprechpartner für mich?

Mit freundlichen Grüßen

Axxx Mxxxxx | Marketing Manager Deutschland
Tel: 30-2xxxxxx-x6 | axxx.mxxxxx (at) linklift.de

Skype: axxxx.mxxxxxxx2

[Mäjhladresse, name, telefonnummer und skype-id sind in einem akt des von seiten linklifts unverdienten zivilisierten betragens von mir unkenntlich gemacht worden.]

Klar, jemand der mir mit so einer frage kommt, der fragt sich nicht, ob ich nicht vielleicht aus einem guten grund und mit voller und gut durchdachter absicht völlig werbefrei bin. Und das, obwohl ich im blog, auf dem er werben will, völlig offen dazu stehe, dass ich obdachlos bin und vom betteln lebe. Dafür müsste so ein zeitgenosse ja lesen wollen, und dafür hat er nicht in meinem marginalisierten geschreibsel vorbeigeschaut. Der schaut nicht nach etwas zum lesen, wenn er ein blog besucht. Der sieht einfach nur noch mit der brille des werbers eine freie fläche, die mit reklame zugekleistert werden kann, weil sie noch nicht zugekleistert ist. Ich finde es immer wieder zum kotzen.

Normalerweise lösche ich einen derartigen schrott und stoße einen fluch gegen diese menschen aus, die mich dazu auffordern, für eine handvoll groschen die suchergebnisse der diversen suchmaschinen durch gekaufte links zu manipulieren. So wollte ich auch in diesem fall vorgehen, aber denn legte ich die mäjhl erstmal beiseite, denn darin war etwas, was ich niemals vergessen werde. Und dann atmete ich fast zwei wochen am stück durch, bevor ich noch einmal einen blick reinwarf, einen blick in diese mäjhl, die ich auch ohne die erinnerung an frühere unverschämtheiten genau so widerlich finde wie alle anderen derartigen mäjhls.

Nein, diese mäjhl würde ich niemals als eine spämm bezeichnen. Es ist keine mechanische, milljonenfache massenmäjhl, es ist ein individuell geschriebenes stück „mitteilung“ mit einem echten absender, mit persönlicher anrede und einem kurzen anliegen — wenn auch einem anliegen, dass mich mit verachtung erfüllt und mit einer beachtlichen dürftigkeit des mitgeteilten. Das ist es aber nicht allein, was mir daran aufstieß, es ist die tatsache, von welcher firma diese mäjhl ausging. Linklift? Da war doch mal was? Ja, richtig, das ist die firma, die damals versucht hat, die deutsche versjon des blogsystemes WordPress mit der neuen form der plackinn-spämm auszuliefern.

Das vergesse ich nicht so schnell. Auch, wenn es damals zu einem sinneswandel auf seiten von linklift und zu einem rückzug in relativer würde kam, bei dem mir persönlich irgendwie die entschuldigung für die fünf tag lang ertragene zumutung fehlte. (Ich bin am ende der geschichte körperlich zusammengebrochen, so sehr wurde ich persönlich angefeindet. Und ich kann mir nicht einfach einen arzt leisten. Diese astlöscher haben mich fast kaputtgekriegt mit dem gierpfuhl, den sie mit ihrer verwirtschaftungsscheiße angestoßen haben. Nur, weil ich eine deutliche meinung dazu geäußert habe und spämm als spämm bezeichnet habe.) Aber was solls!? Immerhin war dieser versuch, freie softwäjhr mit spämm zu verhunzen, im widerstand eines großen teiles der davon betroffenen bloggosfäre gescheitert und wurde deshalb aufgegeben — und linklift hat doch noch im zuge dieser ganzen scheiße genügend geldwerte aufmerksamkeit bekommen, die gewiss zu so manchem geschäft mit so manchem selbstverkaufsblogger führte. Dass die spämm eingestellt wurde, war tatsächlich schon mehr, als ich ernsthaft erwartet hatte. Da muss nicht noch jemand zerknirschtheit heucheln, dessen einzige ethik in der steigerung der profite besteht. (Wenn mehr ethik — dieses wort wird von mir nicht im sinne der COS und ihrer hirnficks benutzt — dagewesen wäre, dann hätten die niemals eine derartige werbeform gewählt.)

Und die wollen jetzt also, nach und trotz alledem, von mir (persönlich angeschrieben, namentlich angesprochen), dass ich ihnen für eine handvoll klickercents links verkaufe, damit auf diese weise die reihenfolge der suchergebnisse in guhgell verändert wird. Ich glaube, es hackt! Ich habe schon einmal einem eurer vertreter in etlichen kilobytes gebloggtem textes als antwort auf eine als kommentar verpackte unverschämtheit erklärt, warum ich überhaupt blogge und dass ich meine mitteilungen nicht dadurch entwerte, dass ich sie zur marktware für windige werbe- und linkhändler mache. Ich wünsche euch bei linklift immer noch die baldige bekanntschaft mit dem insolvenzverwalter und bin froh, dass ich solche mitmenschen wie euch meinem recht trüben dasein nicht hinzufügen muss. Und selbst jetzt seid ihr noch so richtig komische käuze, die für eine derartige minimalmitteilung wie die oben zitierte mäjhl ziemlich weitgehende restrikzjonen ohne jegliche grundlage beanspruchen, so dass man nicht einmal darüber schreiben oder reden können soll:

GEHEIMHALTUNGSPFLICHT: Der Inhalt dieser Email ist vertraulich und ausschließlich für den bezeichneten Adressaten bestimmt. Wenn Sie nicht der vorgesehene Adressat dieser Email oder dessen Vertreter ein sollten, so beachten Sie bitte, dass der Inhalt urheberrechtlich geschützt ist und dass jede Form der Kenntnisnahme, Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe des Inhalts dieser Email unzulässig ist. Wir bitten Sie, sich in diesem Fall umgehend mit dem Absender in Verbindung zu setzen und das Material von Ihrem Computer zu löschen.

Mit verlaub, ich lasse mir weder eine pflicht zur geheimhaltung für eure unverlangten unverschämtheiten aufbürden, noch bin ich dazu bereit, einen derart dürftigen mäjhltext ein ausreichendes maß an schöpferischer tiefe zuzuerkennen, die urheberrechtlich schützenswert ist. Da ist ja der durchschnittliche „tweet“ schöpferischer und origineller. Wenn euch bei linklift das nicht passt, könnt ihr mich gern verklagen — ich kann aber leider wegen meiner obdachlosigkeit nicht mit einer ladefähigen anschrift dienen und geld ist bei mir auch nicht zu holen, nicht einmal so etwas wie Hartz IV. Da könnt ihr euch noch so anstrengen, in meinem scheiß dasein ist einfach nichts mehr zu zerstören oder mit irgendwelchen finanzjellen angstpeitschen weiter zu knuten. Aber wenn ihr das jetzt unbedingt wollt, macht euch ruhig noch mehr zum narren, als ihr das jetzt schon tut. Die mäjhl, die mir einer eurer (als männätscher auftretender, dass ich nicht brülle!) mitarbeiter in einem — ich nehme dies zu seinen gunsten so an und halte den schrieb nur deshalb nicht für einen persönlichen angriff — anfall vollständiger geistiger umnachtung zugesandt hat (und die nachweisbar wirklich von linklift ausging), die werde ich allerdings nicht löschen, sondern dauerhaft archivieren. Man weiß ja nie, zu was für verzweiflungstaten ihr auf der flucht vor dem pleitegeier und dem kuckuck noch bereit sein werdet und vor welchen richtern ich dann einmal erklären muss, was so ein mäjhlheader eigentlich ist und wie man ihn deutet.

Mit kalten und sehr unfreundlichen grüßen

Elias Schwerdtfeger, aka der nachtwächter
(nach diktat verreist)

PS: fahrt zur hölle!

Interestingness…

Und immer wieder kann ich mich über die „fähigkeit“ der gestalter von so genannten „web zwo null“-anwendungen wundern, die nichtsigkeit ihrer „konzepte“ in unsinniger sprache zu verkleiden, damit sie nicht ganz so nackt vor dem anwender steht. Bei flickr habe ich zum beispiel eben den folgenden text lesen müssen:

Dies sind ihre 57 beliebtesten Inhalte, sortiert nach Interestingness

Wenn mir jetzt noch jemand erklären würde, was „interestingness“ sein soll… es kann sich dabei kaum um die zugriffszahlen handeln, da selbst fotos ohne nennenswerte zugriffszahlen weit oben in der liste aufscheinen und der spitzenplatz von einem niemals betrachteten foto eingenommen wird. Wahrscheinlich ist es einfach nur eine technisch ermittelte unsinns-zahl, und um das besser zu verbergen, wird ein hübsches unsinns-wort dazu geschrieben. Und damit man nicht merkt, wie unsinnig das unsinns-wort und das dahinter stehende technokratische „konzept“ wirklich ist, wird dieses unsinns-wort als englisches unsinns-wort in den deutschen text gekleistert. Sicherlich, man hätte auch „interessantheit“ schreiben können, aber das klingt erstens ziemlich falsch und zweitens merkt dabei jeder, was es für ein unsinn ist, wenn bilder ohne einen einzigen zugriff in einer solchen liste der „interessantheit“ ganz oben stehen.

Eben typisch „web zwo null“: ganz viel heiße luft. Was anderes kann solche blasen ja auch nicht groß machen.

Tauchen nennt man das jetzt also…

Als ich noch jung war, da nannte man dieses plumpe herangehen an interessante weiblein schlicht „baggern“ oder „anmachen“, und wann es sprachlich derb wurde, war auch vom „aufreißen“ die rede. Inzwischen bin ich alt geworden und die zeiten haben sich geändert. Der frühling zieht mit sonnenschweif und lindem wind über die lande, die sträucher blühen auf, die vöglein pressen ihre kloaken aufeinander und einige leute scheinen zu glauben, dass sich im internetze… ähm… was reißen lässt. Nun, im internetz sürft man ja bekanntlich, und der wesentliche unterschied zwischen sürfen und segeln besteht immer noch darin, dass man sich beim segeln meistens über wasser befindet. Kein wunder, dass man das jetzt tauchen nennt. 😀