Nigeria machts vor

Nigeria machts den BRD-p’litikern mal vor, wie man gegen so genannte „hassrede“ auf irgendwelchen S/M-dingern¹ vorgeht: mit fetten geldstrafen und/oder zwei jahren knast für falschaussagen über internetdienste. Herr justizminister, diese idee müsste ihnen doch sehr entgegenkommen! Einfach das nigerianische gesetz abschreiben und ab in den knast mit jedem zwitscherchen- und fratzenbuchnutzer, der nicht in p’litisch-jornalistischer hirnficksprache die inhalte der tagesschau wiedergibt und mit belanglosen texten zu seinen hobbies anreichert! Dann hören auch endlich mal die leute damit auf, dissertazjonen von hochtitelstaplergeilen BRD-p’litikern wie Ursula von der Leyen zu untersuchen.

Von mir aus kann das gar nicht schnell genug gehen mit der umfassenden kriminalisierung ganz normaler internetznutzung — denn nur so wendet sich ein erklecklicher anteil der leute (also mehr als ein paar häcker und ein paar kriminelle) schwerer kontrollier- und überwachbaren internetzdiensten zu. Der rest der menschheit kann dann meinetwegen in der haltung des senkkopfzombies die telefone streicheln und sich ihr technisch-intellektuelles gefängnis gemütlich einrichten.

¹S/M ist meine abk. für „social media“. Aus gründen.

Urteil des tages

Nach diesem urteil des VG köln vom 11. november (helau! alaaf!) können anbieter von internetz- und webdiensten als anbieter von telekommunikazjonsdiensten betrachtet werden. Das hieße unter anderem, dass sie der regulierung eines telekommunikazjonsdienstes mit melde- und genehmigungspflicht unterlägen… und demnächst, wenn diesem wahnsinn vom BVG gefolgt wird, womöglich auch vorratsdatenspeicherung machen müssten. Spätestens das ist der tag, an dem ich jede webseit in der BRD einstellen werde und mich in ein freies land wie… sagen wir mal… die islamische republik iran¹ begebe. Die staatliche totalüberwachung jeder kommunikazjon in der BRD werde ich nicht mitmachen. (Aber wer weiß schon, ob mir der betrieb einer webseit und/oder eines mäjhlsövers dann in der BRD überhaupt noch genehmigt würde.)

¹Wer bitteren sarkasmus findet, darf ihn behalten.

Zitat des tages

Wisst ihr, was das fratzenbuch nicht mehr will und technisch unterdrückt: dass man anderen menschen übers fratzenbuch einen link auf einem mitbewerber des fratzenbuches weitersagt. Ich halte mal die luft an und zitiere jemanden anders:

Es gab Zeiten, da habe ich mich über solche Trends aufgeregt, genau wie über so manches, das faule verblödete Lemminge so ihr „Nutzerverhalten“ nennen und das sie von Leuten unterscheidet, die sich darüber orientieren, was Internet eigentlich ist. Wisst ihr was? Verblödet doch einfach weiter! Lasst euch womöglich „Antivirussoftware“ unterjubeln und meckert nachher, wenn die euch nicht schützt. Lasst fröhlich jedes Script auf eure Rechner los, das wer euch „vertraulich“ anbietet.

Bleibt doch „bei Facebook“, Whatsapp und Wasweißich, verschenkt eure Fotos, Texte und Kontakte, macht es euch einfach und gemütlich und lebt damit. Selbst wenn meine Mailadresse dabei mal unter die Räuber fällt, dann schalte ich die halt ab. Mir wurscht. Nur eines macht euch bitte klar: Ich werde niemandem von euch mehr irgend einen Gefallen tun, wenn eure Mistkiste mal wieder spinnt. Ich werde keine eurer doofen Fragen mehr beantworten, wenn ihr mal wieder nicht wisst, wo der Einschaltknopf ist. Fragt mich einfach nichts mehr; ihr wollt die Antwort ja eh nicht hören

Auch weiterhin viel spaß mit dem fratzenbuch und anderen S/M-gängelungen, ihr idjoten!

„Geistiges eigentum“ des tages

Festhalten!

Laut einem gestern geleakten Plan für die Urheberrechtsreform (via IPKat) erwägt die Kommission entgegen der bisherigen Rechtssprechung und aller Vernunft das bloße Verlinken von Inhalten unter Urheberrechtsschutz zu stellen.

Nochmal lesen!

Ja, richtig. Einen link auf ein „werk“ setzen soll kriminalisiert… ähm… der jurafuchtelei der contentindustrie übergeben werden. Damit würde in der europäischen unjon jede normal geführte webseit ein unkalkulierbares juristisches kostenrisiko — und das gilt natürlich auch für jede suchmaschine, für wikipedia, für jedes S/M-angebot und je nach dem, wie schwammig das formuliert wird, für links, die in mäjhl oder persönlichen nachrichten auf S/M-seits weitergesagt werden.

Ich wünsche euch auch weiterhin viel spaß mit der gewaltsamen umgestaltung des internetzes, die hier p’litisch und lobbyistengesteuert vorangetrieben wird. Übrigens: dem verleger der näxsten scheißzeitung in deiner gegend kannst du gern mal mitteilen, was du von den in den dunkelkammern brüssels vorangetriebenen internetzgestaltungsideen so hältst.

Scheißpresse, verrecke!

Brüller des tages

Die zeit, ein jornalistisches produkt, dessen webseit durch eine ganz besondere behäbigkeit auffällt (wenn man sie nicht mit noscript zähmt) und deren gestalter sich darin gefallen, fünf kilobyte text in einem ganzen megabyte datenmüll einzuwickeln und uns das leben zusätzlich zu versüßen, indem einzelartikel auf drei bis fünf seiten aufgeteilt werden, damit auch drei bis fünf megabyte sinnloser datenmüll durch die leitung gehen müssen…ja, diese zeit hat einen tollen artikel mit toller guhgellwerbung und eigenwerbung weggebloggt, der uns davon vorschwärmt, wie toll viel schneller jetzt mit toller neuer guhgell-technologie tolle kwalitätsjornalistische webseits wie jene der zeit dank tollem neuen guhgell-protokoll von guhgells sörvern in die wischofone flutschen werden.

Das ist ja an sich realsatire genug und eines goldenen facepalms würdig. (Darüber, dass guhgell so auch die zeitungslesegewohnheiten von menschen träcken kann, will ich angesichts des aktuellen safe-harbor-urteiles des EUGH gar nicht mehr sprechen — so was wie datenschutz und privatsfäre kann einem scheißjornalisten doch scheißegal sein, der mutet seinen lesern ja auch die aktuellen enthirnungsversuche der ads zu, egal, wie unerträglich fett und langsam alles dadurch wird.)

Aber das beste sind für mich die kommentare darunter, die mir eigene worte zu diesem bullschitt… sorry… tema ersparen. Und immer dran denken: ihr dürft niemals adblocker benutzen, denn adblocker sind böse! :mrgreen:

Nur für den unwahrscheinlichen fall, dass diese technisch meist völlig korrekten hinweise demnächst verschwinden sollten, ist hier eine kleine, dauerhafte kopie mit den kommentaren

Skeipp des tages

Durch die Nutzung der Software gewähren Sie Skype eine Lizenz für geistiges Eigentumsrecht, mit der Skype die Inhalte Ihrer Kommunikation verwenden kann, um die Produkte bereitstellen zu können

Ja richtig, leute: skeipp fordert mit den neuen nutzungsbedingungen nicht mehr (wie zurzeit noch) die einwilligung damit, dass die nachrichten temporär gespeichert werden, um übermittelt werden zu können; skeipp fordert seinen nutzern die abtretung eines immaterjalgüterrechts für weitere nutzungen, welche zum henker das auch immer sein sollen. Auch weiterhin viel spaß beim ach so einfachen schnattern über die angebote zentraler dienstleister; auch weiterhin viel spaß bei der langsam, aber zielstrebig vorangetriebenen entrechtung und enteignung von nutzern!

(Nein, das ist nicht so ein großes ding und nach den unverschämtheiten in den guhgell-mäjhl-nutzungsbedingungsen auch gar nicht mal so neu. Aber es ist eine dieser durchaus erwähnenswerten kleinigkeiten, technisch und juristisch erstmal völlig unnütz. Das große ding wird meist aus vielen kleinen gebaut, und auch bei der anfertigung einer kette empfiehlt sich schrittweises vorgehen. Und übrigens: wass die PRresselügner von skeipp jetzt dazu absondern, ist irrelevant, denn für die skeipp-nutzer gelten nicht die PR-lügen, sondern die AGB.)

Jugendschutz des tages

Kennt ihr noch diese internetzfilter in großbritannien. Die pr0n rausfiltern. Um die jugend vor pr0n zu schützen. Die haben jetzt eine zweitverwertung erhalten

Wenn erstmal eine zensurinfrastruktur da ist, weckt sie begehrlichkeiten. Und wer pr0n haben will, muss sich in großbritannien — einem staat ohne eine verfassung, die den menschen menschenrechte garantiert — persönlich freischalten lassen und kommt jetzt womöglich auch unter terrorverdacht. Großes kino!

„Recht auf guhgell-löschung“ des tages

Ist ja schon toll (vor allem für verbrecher, wirrköpfe, bild-jornalisten und politiker), dass seit einem urteil des EuGH im prinzip jeder die möglichkeit hat, seinen namen aus den suchergebnissen von guhgell entfernen zu lassen. Das geht aber noch toller: man kann ganz offenbar auch andere namen als den eigenen bei guhgell löschen lassen, und guhgell macht das dann ohne weitere prüfungen und sagt jedem suchenden nur wenig verblümt, dass der namensträger seinen namen hat löschen lassen. Großes kino mal wieder beim gefühlten datenschutz!

Übrigens: vergessen finde ich scheiße. Ich finde es schon scheiße, wenn ich etwas vergesse, und ich bin froh, dass ich viele hilfsmittel habe, um mich am vergessen zu hindern. Und noch beschissener finde ichs, wenn das internetz mit rechtsanschein und viel gelaber von „privatsfäre“ zum „vergessen“ gezwungen wird, weil irgendwelche fragwürdigen gestalten es besser finden, wenn vergessen wird, was sie für menschen sind. Hauptsache, bei den polizeien und geheimdiensten wird niemals etwas vergessen; die vergangenheit von irgendwelchen arschlöchern, die sich nach herrschaftsposizjonen vordrängeln oder den menschen als jornalist erzählen, was sie denken sollen, die soll aber vergessen werden. Merke, mitmensch stimmvieh und stummvieh: fassadenverpixelung schützt deine privatsfäre, und totalüberwachung schützt dein leben!

„Recht auf vergessen“ des tages

Alexander Blum, jetzt redaktör bei der sonntagsausgabe der bildzeitung, möchte nicht, dass seine früheren tätig- und tätlichkeiten als ekelerregender lohnschreiber und voyeuristisches fotografenauge des axel-springer-verlages mit guhgell gefunden werden können. Möge ihm sein ruf überall hinnen vorauseilen!

Dieser artikel wird natürlich ebenfalls nicht mit guhgell zu finden sein. Wo es alternative suchmaschinen gibt, lässt sich hingegen sehr wohl mit guhgell auffinden, und wofür diese gut sein könnten, wird in zukunft wohl immer deutlicher werden.

Guhgell des tages

Was sind das eigentlich für links, die guhgell im rahmen des „EuGH-rechtes auf vergessen“ aus dem suchindex rausradiert? Nun, zum beispiel blogartikel, wo jemand in den kommentaren einmal diesen namen verwendet hat.

Daraus kann man eine praktische und sehr wirksame zensurschnittstelle basteln. Einfach zu entfernende sachen freundlich und zahm in blogs kommentieren und dafür einen namen wählen, mit dem man ein paar monate später die guhgell-löschungen nach den vorgaben des EuGH durchzieht. So kriegt man alles aus den guhgell-ergebnissen raus. Ich bin mir sicher, dass man das bei den üblichen verdächtigen — CDU, ZDF, scientology — schon längst so handhabt. Wer hingegen eine websuche benötigt, die frei von solchen einfach anzubringenden manipulazjonen ist, der verwendet eben fürs erste nicht mehr guhgell als suchmaschine. Es gibt ja alternativen, und die lassen sich sogar mit guhgell finden…

Jugendschutz des tages

Der so genannte „jugendschutz“ fürs internet durch irgendwelche an guhgell weitergegebene sperrlisten ist ja eh schon nichts weiter als eine form der zensur, aber diese wird auch noch maximal willkürlich ausgeübt: einmal drin, bleibt die domäjn jahrelang gesperrt. Selbst, wenn man da andere inhalte draufhat. Oder die domäjn löscht.

Willkommen im „jugendschutz“ eines landes, das keine probleme damit hat, kindern in der schule das morden und sterben im feldgrauen hemd für die interessen von milljardären von geschulten offizieren nahelegen zu lassen, aber kreischende, alles vernichtende zensurpanik kriegt, wenn irgendwo mal ein schwanz, eine möse, ein arsch oder ein nippel als lustobjekt gezeigt wird.

Was für den britischen „pornofilter“ alles pr0n ist…

dass der Filter neben Pornografie unter anderem auch „Gewaltdarstellungen, extremistische und terroristische politische Inhalte, Webseiten zu Magersucht und Essstörung, Internetseiten zu Suizid, Alkohol und Rauchen, Webforen, esoterisches Material und Umgehungstools für Netzsperren“ blockieren soll

Aber hej, was ist schon so ein bisschen zensur, wenn man nur die hl. kindheit vor pösen einflüssen schützen kann. Willkommen in der prüderie 2.0, willkommen im mittelalter 2.0! Ach ja, wenn ihr schon eso-seits blockt, dann blockt doch bitte auch die ganzen kristischen kinderficker-kirchen!

„Geistiges eigentum“ des tages

[…] eine Pionierleistung für Europa

Irgendwie muss dieses internetz unter dem wehenden banner des „geistigen eigentums“ ja mit kriminalisierung kaputtgemacht werden. Das ist der „wichtigste schritt, den jemals eine spanische regierung zum schutz der presse unternommen hat“, und andere regierungen in der EU werden schon nachziehen.

Stirb, presse, stirb!

Zitat des tages

#Deutschland ist ja gefühlt so nen 3. Welt Land … wir haben 2014, aber die kriegens nicht hin nen #Livestream bei #Youtube anzuschauen …

Tja, und wenn man hier in der BRD regelmäßig stiehmt und ein paar zuschauer hat, dann braucht man eine rundfunklizenz. Kein witz. BRD. (Und morgen in propaganda und manipulazjon: das internet ist ein rechtsfreier raum.)