Cloud des tages

Edward Snowden rät in einem Interview, Daten nicht beim Cloud-Anbieter Dropbox zu sichern. Der Speicherdienst sei ein leichtes Ziel für die NSA […] Die Mitarbeiter von Dropbox und ähnlichen Diensten haben Snowden zufolge unverschlüsselten Zugang auf Nutzerdaten in der Wolke. Somit sei der Speicherdienst ein interessantes Ziel für den US-Geheimdienst

Um zu erkennen, was von der „cloud“ zu halten ist, hätte ich allerdings keinen Edward Snowden gebraucht. Und wer menschen kennt, findet auch diese kleine anmerkung nicht weiter überraschend:

Es sei durchaus üblich, dass die Geheimdienstmitarbeiter Nacktfotos und sexuell kompromittierende Bilder der überwachten Nutzer ihrem Büronachbarn zeigen und an Kollegen weiterleiten

Steht auch weiterhin mit beiden beinen fest in den wolken! :mrgreen:

Jugendschutz des tages

Netzpolitik.org-Mitblogger Andreas Müller hat ebenfalls eine Sperrliste reverse-engineered: Er hat die Millionen Alexa Topsites gegen den KinderServer (proxy.kinderserver.eu:3128) getestet und festgestellt, dass 987.526 (95.93 %) Domains geblockt und nur 1.095 (0.11%) Domains erlaubt werden

Auch weiterhin viel spaß im von p’litikern zunehmend „kindgerecht“ gemachten internetze!

Dieser inhalt ist in deinem land nicht verfügbar

In neuseeland gibt es einen zugangsproweider, der etwas gegen die künstlich errichteten staatsgrenzen im internetze unternimmt und damit hoffentlich auch ein geschäftchen macht. Löblich, löblich! Ich glaube, dieses geschäft würde auch gut in der GEMArepublik täuschland mit ihren diversen wahnideen vom „geistigen eigentum“ und vom „gefühlten datenschutz“ mit suchergebnislöschungsrechten laufen… na, möchte sich hier nicht mal ein proweider aus der zweiten reihe gesundstoßen?! 😀

Web 3.0 des tages

Google hat zum ersten Mal einen Artikel des SPIEGEL aus seinen Trefferlisten entfernt. Hintergrund ist die Erwähnung einer Person im Zusammenhang mit Scientology […] Eine Google-Suche nach der Person verschweigt nun, dass der SPIEGEL ihn in Zusammenhang mit Scientology-Geschäften genannt hatte

Ist ja auch ziemlich klar, was für leute sofort den EuGH-ermächtigten löscho bei guhgell machen…

Und wer nicht suchen, sondern finden möchte, geht einfach auf google (punkt) com, wo die ergebnislöschungen nicht stattfinden. Hilfreich fürs recherchieren ist manchmal vielleicht eine betrachtung der unterschiede in den suchergebnissen:mrgreen:

EuGH-urteil: Das „recht auf vergessen“ wird genutzt

Erste Anträge auf Löschung von unliebsamen Links gingen bei dem Konzern bereits ein. Ein Unternehmenssprecher bestätigte auf Anfrage einen Bericht der BBC, wonach ein Politiker, ein Pädokrimineller und ein Arzt entsprechende Anträge gestellt hätten

Übrigens: es gibt auch andere suchmaschinen als die von guhgell. Wenn guhgell in den näxten monaten so richtig von leuten mit juratrollen an der seite durchgelöscht wird, die es nicht so gern haben, dass man weiß, was sie für leute sind, dann ist es wichtig, daran zu denken. Ein vergleich von suchergebnissen zwischen guhgell und einigen zurzeit eher unbekannten suchmaschinen kann dann hochinteressant sein, insbesondere, wenn nach dem namen von personen des allgemeinen intresses gesucht wird.

Der europäische gerichtshof hat hier nämlich so einen bullschitt wie zensursulas stoppschilder aufgestellt; es ist ein versuch, vorhandene inhalte schwerer zugänglich zu machen, indem sie aus ergebnissen der suchmaschine entfernt werden, ohne die vorhandenen inhalte zu entfernen. Das mag juristisch sinnvoll erscheinen, aber es zeugt von technischer inkompetenz und menschlicher dummheit, und es wird viele gerichtsverfahren nach sich ziehen. Zum beispiel, weil leute damit beginnen, mit guhgell nicht mehr auffindbare informazjonen im zwitscherchen, im fratzenbuch, im diaspora-netzwerk und an sonstigen stellen zu verbreiten — die löschpflicht für bestimmte links muss schnell auf alles mögliche ausgeweitet werden, weil sie sonst objektiv nutzlos und eine benachteiligung einer einzigen unternehmensform ist. Das ist einfach nur gaga, was danach kommen wird. Und es stellt zweierlei recht her: das recht des menschen mit geld, der sich recherschöre und anwälte leisten kann, um den einen oder anderen unerfreulichen abrieb seines karakters aus der öffentlichen wahrnehmung zu entfernen, und das nicht vorhandene recht dessen, der sich dergleichen nicht leisten kann.

Tja, und wer es sich selbst nicht leisten kann, seine biografie zu glätten, der soll dann ja auch irgendwann wählen. Gibt er heute den namen eines p’litikers in eine suchmaschine ein, dann findet er eine menge zeug, auch idjotische äußerungen, straftaten und die kleinen momente, „in denen der zensor mal pinkeln war“, wie Fefe immer so schön monoton bloggt. In zukunft findet er allerdings nur noch die vom p’litiker gewünschten ergebnisse, also die ganze sonnenhell gefärbte scheißlügenpropaganda von professjonellen lügnern aus der PR. Ich nenne dieses urteil des EuGH antidemokratisch. Und wenn mein eben ausgedachter netznutzer einen neuen nachbarn bekommt, der auf dem spielplatz immer viele bonbons verteilen kann — achtung! klischeealarm! — und heute den namen sucht, kann er eventuell aus vergangener berichterstattung herausbekommen, dass es sich um einen menschen handelt, der wegen kindesmissbrauch verurteilt wurde, ein paar jahre gesessen hat und auf bewährung draußen ist, was vielleicht nicht so ganz unwichtig ist, wenn jemand nicht möchte, dass seine tochter im zarten alter mit verachtenswerter gewalt gefickt wird. In zukunft findet er — wenn sich mein ausgedachter klischee-pädofiler die durchsetzung der löschung seines namens aus den suchmaschinen leisten kann — nichts mehr. Ich nenne dieses urteil des EuGH gewaltfördernd und menschenfeindlich. Und wenn mein ausgedachter netznutzer mal krank ist und zu einem arzt will und den namen des arztes eingibt, bekommt er keine erfahrungen von anderen pazjenten dieses arztes mehr zu sehen und ist um eine wichtige möglichkeit beraubt, seine entscheidung sinnvoll vorzubereiten. Für den unfähigen arzt, der dann mehr pazjenten bekommt und mehr verdient, ist das natürlich toll. Ich nenne dieses urteil des EuGH gesundheitsschädlich und dem gedanken des freien wettbewerbes entgegengerichtet.

Also lasst euch nicht erzählen, dass ihr jetzt mehr datenschutz habt! Das werden die profitöre dieses urteils — die oft nennenswerten einfluss auf die althergebrachten medien haben — aus hundert mündern und gekauften federn irgendwelcher kwaltätsjornalistenarschlöcher zu erzählen versuchen, und sie werden dafür viele tolle wörter finden (und natürlich auch feierlich über guhgell triumfieren, diesen monsterkonzern, an dessen unseriösem geschäft mit der großen datensammlung und der reklamevermarktung sich exakt nichts durch dieses urteil des EuGH ändert).

Und bevor ihr euch vom jornallje- und politikerjubel über solche urteile datenschutz-einlullen lasst: ihr wisst doch hoffentlich, wo ihr niemals ein recht auf vergessen habt?! Richtig. In den riesigen internetüberwachungsdatensammlungen der geheimdienste der USA, großbritanniens und des staates, den ihr mit eurer arbeit am leben haltet. In diesen von staaten unterhaltenen rechtsfreien räumen wird kein furz (und dank biometrie demnächst auch: kein gesichtsausdruck mehr) von euch jemals vergessen, wenn er nur irgendwie aufgezeichnet wurde — und erst recht nicht das automatisch nach undurchschaubaren und willkürlichen kriterjen bewertete gespräch mit dem arbeitslosen verzweifelten freund, mit dem bekannten, der am liebsten seine frau umbringen wollte, mit der alkoholkranken tochter, mit dem sterbenden vater. Da werdet ihr von geheimpolizisten verdatet und nach nicht nachvollziehbaren maßstäben bewertet — gar nicht auszudenken, was passiert, wenn sich das p’litische system dieses staates einmal ändert und der harmlose spruch von heute zu langjähriger folterhaft führen kann! (So richtig viel wert sind die so genannten „grundrechte“ ja heute schon nicht mehr.)

Ach!

Kundenbewertung des tages

Über sieben Monate später wurde der Nutzer von einer Anwaltskanzlei kontaktiert, die ihn im Namen von Mediabridge dazu aufrief, sich dazu zu verpflichten, die Rezension zu löschen, nie wieder ein Produkt der Firma zu kaufen und sich nie wieder öffentlich in einem Online-Forum zu Mediabridge oder den verwandten Produkten der Marke Medialink zu äußern. „TD“ habe mit seinem Review eine „illegale Kampagne“ mit dem Ziel, Mediabridge „zu schaden, diskreditieren, diffamieren und verleumden“ gestartet

Auch weiterhin viel spaß dabei, wenn ihr in irgendwelchen einkaufswebseits an den bewertungen anderer käufer orientiert (die sowieso oft von reklameheinis, also professjonellen lügnern, manipuliert sein werden)!

S/M des tages

Nicht nur in Kuba haben die USA versucht, ein soziales Netzwerk einzurichten, um ihre politischen Ziele voranzutreiben und die öffentliche Meinung von Innen heraus zu beeinflussen. Nach Angaben der New York Times hätten US-Regierungsvertreter am Freitag bestätigt, ebenfalls in anderen Staaten wie Afghanistan, Kenia und Pakistan derartige Versuche unternommen zu haben […] Nigeria und Zimbabwe stehen auf einer Liste zukünftiger Planungen

„Jaou, das ist so toll, dieses social media, so einfach und direkt und ich muss nichts dafür können, freunde klick klick, jeden tag reinschauen, mehr freunde klick klick und was ich sage bekommt auf einmal gewicht in diesem internetz, das ich eigentlich gar nicht verstehe und das wohl irgendwie mit feenstaub betrieben wird. Aber nein doch, ich werde doch nicht manipuliert und gehirngefickt, ich kann doch selber denken…“

Natürlich wurden die Programme offiziell nicht zu Zwecken der pro-amerikanischen Meinungsbildung initiiert, sondern unter der Flagge von Hilfe zum Austausch von Informationen und der Errichtung von niederschwelliger Kommunikation

Russland zeigt das internetz der zukunft!

müssen sich alle Blogger, Twitterer sowie Nutzer von sozialen Netzwerken wie Vkontakte oder Facebook bei der Presseaufsicht registrieren lassen, wenn sie mehr als 3000 Besucher pro Tag oder mehr als 3000 Follower haben

Natürlich nur wegen dem terrorismus. Und wer jetzt denkt: „wie schlimm das doch in russland ist, gut, dass wir in der BRD frei sind“: idjot! Hier in der BRD musst du eine rundfunklizenz [!] haben, wenn du einen guhgell hängaut machst, der auch zuschauer hat. [Für einen deutlich ernsteren text zum tema hier lang…]

Russland ist da der BRD nur ein kleines schrittchen vorangegangen und hat solche lizenzpflichtigkeiten auf elektronisch verbreitete textmedien ausgedehnt. (In deutschland nennt man kompjuter ja auch „neuartige rundfunkgeräte“, und zwar allen p’litischen ernstes!) Bis solche ideen in der BRD von der CDUSPDCSUFDPGRÜNETC durchgesetzt werden, ist es nur noch eine frage von drei bis zehn jahren — im zweilfelsfall auf druck der drexverleger, denen ihr geschäftsmodell kaputt geht, weil man keine kopien mit druckmaschinen mehr anfertigen muss und weil es jetzt keinen mangel an werbeplätzen mehr gibt.

Und auch hier wird man von sicherheit und pösen terroristen reden. Und natürlich von kindern.

Aber jetzt ist erstmal popcorn-zeit, denn wenn das tema hier überhaupt beachtung durch die drexpresse und drexglotze findet, dann wird es zum kringeln komisch, wie EU und USA sich begründungen herauswinden, warum die russen auf gar keinen fall dürfen, was innenp’litiker ihrer staaten bei jeder sich bietenden gelegenheit einfordern. Natürlich, ohne von „regierungskritischer kommunikazjon“ zu sprechen. Hier schiebt man terrorangst und kinderschutz vor.

Zwitscherchen des tages

Na, waren sie nicht toll, diese presseberichte von irgendwelchen „twitter-revoluzjonen“, die ganz viele menschen dahin bewegt haben, dass sie gegen ihre p’litverbrecher aufbegehren?

Der Kurznachrichtendienst wird Accounts schliessen, welche der Regierung Erdogan nicht genehm sind

Träumt nur schön weiter die träume, die euch professjonelle lügner — heißen sie werber, heißen sie jornalisten, es ist die gleiche brut und sie ist vom gleichen pack dafür bezahlt — für eine handvoll geld in den kopf machen!

Endlich haben wir in der EU wieder zensur!

Nach dem heutigen urteil des europäischen gerichtshofes ist es endlich in der EU möglich, webseits zu sperren. Alles, was dafür vorliegen muss, ist eine verletzung von urheberrechten. Das „geistige eigentum“, das immer mehr und für „normal denkende“ menschen immer undurchschaubarer ausgeweitet wird (bis dahin, dass die „rechte der kreativen“ sogar noch siebzig jahre nach dem tod der kreativen geschützt werden), kann endlich zum nützlichen zensurhebel unfunkzjoniert werden. Übrigens: die piratenbucht wird wohl bald mit diesem vorwand in der EU gesperrt sein, ohne dass es jemanden stört — und dabei handelt es sich „nur“ um eine den inhalten gegenüber neutrale — also klar ausgedrückt: um eine unzensierte — suchmaschine.

Ich bitte einen juratroll von geistigem eigentümer darum, so schnell wie möglich eine sperrung vom fratzenbuch zu beantragen, weil dort seine werke nicht-lizenziert verbreitet werden. Das kann doch nicht so schwierig sein… :mrgreen:

Was in den USA nicht erwünscht ist

Gestern informierte Skype über neue Nutzungsbedingungen, die am 29. März 2014 in Kraft treten. Unter anderem heißt es in 5.7(c): “Sie dürfen keine unangebrachten Bilder hochladen, herunterladen oder versenden”. Als Beispiel für diese Unangebrachtheit wird “Nacktheit” genannt

Aber wenn man die satanischen und jugendgefährenden brustwarzen oder das gemächte mit einer großkalibrigen, automatischen waffe bedeckt, ist vermutlich alles wieder in ordnung.

Abmahnung des tages

Ein abmahnfähiger lizenzverstoß ist es, wenn man ein pixelio-foto im fratzenbuch postet. Und dazu braucht man es nicht einmal hochzuladen, es reicht ein linkchen auf einen eigenen artikel, der dann vom fratzenbuch automatisch mit einem anrisstext und eben dem bild dargestellt wird.

Offtopic: gruß auch an Sebastian Edathy

Verbrecher des tages

Verurteilte verbrecher des tages sind in frankreich menschen, die über eine mit guhgell gefundene URL öffentlich zugängliche dokumente herunterladen. Weil, das müsst ihr alle wissen, die verwendung öffentlich zugänglicher daten ist in frankreich ein „diebstahl“. [Hinweis: Link geht zu gulli, das ist nicht die bestdenkbare kwelle]

Was für richter so ein tolles recht sprechen?

[…] wurde im Verlauf der Verhandlung doch vielfach das Verständnis der Richter und Ankläger für technische Abläufe überstrapaziert. Der Richter konnte laut einem Bericht von Mediapart nicht einem „Google“ richtig aussprechen und hatte keinerlei Verständnis von Login- und Authentifizierungsprozessen

Richtig. Die gleichen wie in der BRD.

Internetfilterung des tages

Ungezählte Berliner Beamte konnten in der vergangenen Woche die Berichterstattung über die abwertenden Äußerungen einer US-Diplomatin über die EU nicht von ihrem Arbeitsplatz aus verfolgen. Weil in den Artikeln – etwa auf SPIEGEL ONLINE – regelmäßig das Wort „Fuck“ vorkam, wurden nach Informationen des SPIEGEL die Texte offenbar als pornografisch eingestuft

Und immer schön selbst ins knie schießen mit den weitgehenden zensurwünschen, mit denen man am liebsten alle menschen in der BRD „beglücken“ würde. 😀

Das internetz ist so ein wichtiger wirtschaftsfaktor…

Man darf eben nur nicht ausgerechnet handel übers internetz betreiben, zumindest nicht in der bimbesrepublik deutschland: im letzten jahr wurden sechzig prozent aller onlein-händler mindestens einmal abgemahnt. Und auch weiterhin wird in der BRD das (leicht automatisierbare) schreiben von abmahungen das einzige wirklich gute geschäft rund ums internetz bleiben.

Irgendwann wird mal jemand feststellen, dass anwälte keine technischen innovazjonen vorantreiben können.