Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich hat mal wieder eine studie gemacht, diesmal über die sprache wissenschaftlicher arbeiten. Und er hat da etwas rausgekriegt, wo keiner jemals hätte mit rechnen können: je weniger wissenschaftliche texte geschrieben werden, um wissen mitzuteilen, und je mehr wissenschaftliche texte geschrieben werden, um für den¹ eigenen CV zu publizieren und um in konferenzen reinzukommen, desto mehr tendieren die texte zu schwer lesbarem, vom fachdschargon durchsetztem, für fachferne menschen schlicht ungenießbarem sprachonanistischen geschwafel.

Das Forscherteam untersuchte 710.000 Kurzreferate (Abstracts) aus 123 biomedizinischen wissenschaftlichen Zeitschriften, die zwischen 1881 und 2015 in englischer Sprache erschienen sind. Dabei zeigte sich, dass die Komplexität der Texte zunahm […] „Wir haben festgestellt, dass die Anzahl der schwierigen Wörter und die durchschnittlichen Silben pro Wort seit Ende des 19. Jahrhunderts kontinuierlich zunehmen“ […] Die Zahl der Fachwörter stieg zudem an – und zwar nicht nur diejenigen, die in der Wissenschaft zwingend notwendig sind. Besonders auffällig ist laut der Forscher auch die zunehmende Nutzung unnötigen wissenschaftlichen Jargons

Niemand hätte damit rechnen können! Und die texte in den reinen schwafelwissenschaften hat sich prof. dr. Offensichtlich noch gar nicht angeschaut. Aber das hat ja schon ein kollege von prof. dr. Offensichtlich gemacht:mrgreen:

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Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich hat mal ein paar wassertemperaturen gemessen und dabei rausgekriegt, dass flache meere sich schneller erwärmen als tiefe meere und es mit diesem grandiosen ergebnis zur tagesschaumeldung gebracht. Nach dieser völlig unerwarteten erkenntnis wird nichts mehr so bleiben, wie es ist! Unbestätigten gerüchten zufolge plant prof. dr. Offensichtlich, in den kommenden jahren seine forschungen durch temperaturmessungen in pfützen auszuweiten.

Knapp daneben ist auch vorbei…

Aus der beliebten kategorie: beruhigendes aus der wissenschaft:

Einige Astronomen beobachten den Himmel auf der Suche nach Asteroiden, die der Erde gefährlich nahe kommen. Jetzt haben sie einen entdeckt, der sehr knapp an der Erde vorbeigeflogen ist – allerdings erst drei Tage danach

Vielleicht klappts ja beim nächsten mal mit dem treffer… dann gibts die entdeckung auch nicht erst hinterher.

Wissenschaft des tages

Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass wir alle schon einmal materje in der hand gehalten haben, die aus einer anderen galaxie stammt… aber achtung, dieses steile postulat ist das ergebnis von kompjutersimulazjonen, und zurzeit ist meiner meinung nach viel zu wenig über den kosmos bekannt, als dass man derart weitreichende aussagen machen könnte. Zum beispiel weiß zurzeit niemand, was die expansjon des universums beschleunigt und ob diese beschleunigung zeitlich und räumlich konstant ist. In die kompjutersimulazjon gingen natürlich viele annahmen ein, und schließlich musste das so entstandene modell noch „ein bisschen“ vereinfacht werden, um überhaupt mit einer rechenmaschine behandelbar zu sein, die ein bisschen kleiner als die simulierten galaxien ist. Langfristige effekte in komplexen systemen — wie etwa die entwicklung eines intergalaktischen materjeaustausches — sind zurzeit für menschen nicht einmal in leidlich seriösen näherungen erfassbar (was niemanden vom simulieren abhalten sollte). Es ist ja nicht einmal möglich, auf grundlage einer berechnung eine halbwegs zuverlässige vorhersage zu machen, wie das irdische wetter in fünf tagen sein wird, obwohl die vorgänge in der erdatmosfäre deutlich besser verstanden werden als die vorgänge im universum…

(Die annahme, dass supernovae materje so stark beschleunigen können, dass die fluchtgeschwindigkeit einer galaxie erreicht wird, halte ich übrigens für zutreffend.)

Ach, es ist ja sommerloch und die jornalisten brauchen köder, um leser zur reklame zu locken, ich vergaß es völlig… 😀

„Projekt bevölkerungsredukzjon“ des tages

Männer in den westlichen Industrienationen werden immer unfruchtbarer […] Demnach fiel die Spermienkonzentration in den 38 Jahren des Untersuchungszeitraums pro Jahr um durchschnittlich 1,4 Prozent. Insgesamt ging die Konzentration um mehr als 52 Prozent zurück

Mein tipp (natürlich eine völlig haltlose spekulazjon): es ist das auto (genauer: der vorsätzlich mit dem starken krebsgift benzol versetzte ottokraftstoff). Hodenkrebs ist bei tankwarten eine anerkannte berufskrankheit, aber die weniger starken schädigungen der keimdrüsen werden im regelfall nicht zum krebs, sondern zu einer allgemeinen beeinträchtigung der leistungsfähigkeit des organes führen. Das wäre schon ein heiteres stück karma, wenn die ganzen autofahrenden idjoten industriell kastriert am steuer ihrer macht säßen… 😈

Wissenschaft des tages

Das (kürzlich erst nachgewiesene, aber teoretisch vorausgesagte) higgs-boson scheint (genau, wie es teoretisch vorausgesagt wurde) nach kurzer zeit häufig in zwei bottom-quarks zu zerfallen. Ich finde richtige wissenschaft mit forschung, richtigen ergebnissen und voraussagekräftiger modellbildung immer wieder sehr beeindruckend, ganz im gegensatz zu den im besten fall interessanten, im häufigsten fall jedoch völlig nutzlosen, wie verkleidete ideologie anmutenden schwafelwissenschaften, denen in dieser entstehenden idiocracy medial und gesellschaftlich viel zu viel raum gegeben wird.

Ja, grundlagenforschung ist teuer, ohne dabei ergebnisse und erfolge für das ganze geld zu garantieren, aber sie gewährt schrittweise einigermaßen gesichertes wissen. Und jedes wissen ist nicht nur interessant und befriedigt den menschlichen wissensdrang, sondern hat zudem das potenzjal, irgendwann einmal zu einem können und damit zu einer technik zu werden¹… nichtwissen hingegen hat überhaupt kein potenzjal. Ich wollte, jede verwendung von geld wäre so friedlich und schön wie die grundlagenforschung!

¹Eigenschaften von dotierten halbleitern waren vor einigen jahrzehnten noch ein exotisches gebiet ohne offensichtliche anwendnungsbereiche, bis die ersten transistoren industriell produziert werden konnten und die vorherige röhrentechnik langsam ablösten — und heute steckt ein universell einsetzbarer kompjuter in jedem wischofon, mit vielen milljonen hochintegrierten transistoren auf einer kleinen, industriell hergestellten fläche. Das konnte natürlich niemand vorher wissen, aber es zeigt, wie viel potenzjal in grundlagenforschung steckt.

Wissenschaft des tages

Man hat festgestellt, dass Raben nicht nur einfache Maschinen bedienen können, sondern auch alternative Bedienungen erfinden (aka Hacking übrigens), anderen Raben diese alternativen Bedienungen beibringen und die Bedienungs-Optionen der Maschine in die Zukunft projizieren und damit planen können. Dabei stellen sie sich mindestens genauso geschickt an, wie Affen und kleine Kinder. (Und während des Experiments mussten sie einen der Raben entfernen, weil er zu schlau war und anderen Raben beibrachte, die Maschine zu manipulieren.)

Die sexuellen präferenzen in den USA

Mal gucken, wonach die leute mit guhgell und auf pr0n-seits suchen, denn da ist das ergebnis viel glaubwürdiger als jede umfrage:

Among other things, Stephens-Davidowitz’s data suggests that there are more gay men in the closet than we think; that many men prefer overweight women to skinny women but are afraid to act on it; that married women are disproportionately worried their husband is gay; that a lot of straight women watch lesbian porn; and that porn featuring violence against women is more popular among women than men

Die hervorhebung ist von mir… tja, sexuelle fantasien nehmen sich einfach das recht raus, p’litisch nicht so ganz korrekt zu sein.

Und hier ist noch eine „kleinigkeit“ aus einer gesellschaft, die alles unter dem aspekt des „wettbewerbes“ versteht und dabei jeden tag ein bisschen geisteskränker wird:

Porn featuring overweight women is surprisingly common among men. But the data from dating sites tells us that just about all men try to date skinny women. Many people don’t try to date the people they’re most attracted to. They try to date the people they think would impress their friends […] There are a lot of single men and single overweight women who would be sexually compatible. But they don’t date, while the man tries and fails to date a skinny woman even though he’s less attracted to her. And then there are women who practically starve themselves to remain skinny so their husbands won’t leave, even though their husbands would be more attracted to them if they weighed more

Die einzigen, die sich darüber freuen können, sind psychoterapeuten und farmakonzerne…

SETI des tages

Habt ihr mal vom „wow-signal“ aus dem jahr 1977 gehört? Es gibt jetzt eine viel zu passende hypotese, wie dieses signal entstanden sein wird, als dass ich noch an einen kommunikazjonsversuch von außerirdischen glauben möchte.

(Ich glaube ja, dass im umkreis von zwei jahren um unser sonnensystem warnbojen im raume schweben, die deutlich darauf hinweisen, dass es in einem bereich voller geisteskrank-intelligenter lebensformen geht, die alles verbrennen, was sich anzünden lässt und alles totmachen, was sich nicht dagegen wehrt. Am äußersten rand dieser kosmischen kwarantäne-blase um die erde sitzt eine kleine forschungseinrichtung von ruhigen, flauschigen wesen, die sich am wissen und an der aritmetischen lyrik erfreuen und dort auf die erlösende elektromagnetische signatur eines termonuklearen weltkrieges warten, um die bojen wieder wegräumen zu können und die überreste der bunten vielfalt des „planeten wahnsinn“ genauer erforschen zu können…)

Hat hier jemand arachnofobie?

Wissenschaftler haben im Nordwesten von Mexiko eine ungewöhnlich große Spinnenart entdeckt […] Die Wanderspinne der Art Califorctenus cacachilensis hat einen relativ kleinen Körper, sehr lange Beine und misst rund 23 Zentimeter im Durchmesser

Es gibt auch ein hübsches foto… 😯

Wer mag, kann ja noch die passende musik dazu hören.