Händi des tages

Gar nicht auszudenken, wenn der fetisch des beginnenden 21. jahrhunderts, das händi, doch seine nutzer gehirnkastriert:

Wie eine Schweizer Studie mit 700 Jugendlichen ergab, beeinträchtigt die erhöhte Strahlenbelastung vor allem das visuell-gegenständliche Gedächtnis. Halten die Vieltelefonierer ihr Handy vorwiegend an die linke Kopfseite, ist dagegen das verbale Gedächtnis stärker betroffen, wie die Forscher berichten […] Bei den Jugendlichen, die zwar viel am Handy spielten, Textnachrichten verschickten und es zum Surfen nutzen, aber wenig damit telefonierten, trat dieser Effekt dagegen nicht auf

Immer schön mit aluhut telefonieren! Dem gehirnchen zuliebe! :mrgreen:

Übrigens, ihr da bei scienxx: wenn ihr schon in einem anfall lobenswerten wissenschaftsjornalismus einen DOI angebt, dann gebt doch bitte auch den richtigen an, der von DOI-resolvern auch gefunden werden kann! Sonst könnt ihr euch das nämlich ganz sparen. Ja, es gibt menschen, die interesse an kwellen haben. (Ich fände zum beispiel das studiendesein interessant, um entscheiden zu können, ob es sich eher um bullschitt, um eine unbewusste reprodukzjon dessen, was von den forschern vorher schon erwartet wurde oder eben um ein ernstzunehmendes ergebnis handelt. Dafür müsste ich allerdings einen einblick haben, wie vorgegangen wurde. Den gibt der artikel natürlich nicht, weil das den rahmen eines populärwissenschaftlichen magazines wie scienxx sprengen würde.)

via brightsblog

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Hadmut Danisch des tages

Ein (Zeitungs-)Verlag behauptet, dass (Wissenschafts-)Verlage Betrüger sind, obwohl er ähnlich gearbeitet hat

Und weils so schön ist, gleich noch ein anderes zitat aus einer anderen webseit:

Ist der Beitrag von Eckert und Hornung eigentlich Peer reviewed oder kann bei der Tagesschau jeder schreiben, was er will, ohne dass die Qualität dessen, was geschrieben wurde, geprüft wird oder gar die Folgen?

Nachtrag, 20.7., 1:15 Uhr:

„Fake Science“
Dieser Begriff kann der Wissenschaft nur schaden

Möchte hier jemand halluzinazjonen haben?

Dazu braucht man keine illegalen substanzen. Es reicht, wenn man sich einfach kondizjonieren lässt. Zum beispiel jeden tag aus presse und glotze… aber nicht, dass ihr dabei so endet wie der heimathorst Seehofer und jeden blick für wirkliche probleme und jegliches maß verliert!

Und nun etwas musik!

Eine gute nachricht für kaffeetrinker

Kaffee verlängert das Leben – sogar wenn man sehr viel davon trinkt. Entkoffeinierter Kaffee gilt auch

Ich bin immer sehr ungläubig bei solchen langfristigen lebensmittelstudien. Ihr wisst ja: wer eine korrelazjon findet, denkt sich die kausalität gern aus. Immerhin ist die spektrum der wissenschaft ebenfalls zurückhaltend in ihrer berichterstattung, die bullschitt-jornalisten werden das ganz anders vermelden. (Im moment sind die aber alle mit Seehofer und Merkel beschäftigt.)

Jornalismus des tages

Habt ihr sicherlich auch mitbekommen: dieses NASA-marsauto hat auf der marsoberfläche erstmals komplexere kohlenstoffverbindungen (so genannte organische verbindungen) gefunden, und die NASA hat da auch gleich eine presseerklärung rausgerotzt, eine stunde juhtjuhbb befüllt und ständig und immer wieder davon gelabert, dass es sich um ein indiz handele, dass es einmal leben auf dem mars gegeben haben könnte. Und die scheißjornalisten im sommerloch haben diese vorlage dankbar abgeschrieben, ohne auch nur die spur eigener reschersche oder gar eigener gedanken anzufügen.

Ich wills mal so sagen: auch auf dem mars fallen immer wieder einmal steine vom himmel. Darunter zum beispiel auch kohlige chondriten. Die sind zwar recht selten, aber enthalten dafür ein bisschen komplexere kohlenstoff-wasserstoff-verbindungen (und sogar ein bisschen zeugs, das älter als unser sonnensystem zu sein scheint). Und über einen zeitraum von rd. vier milljarden jahren läppert sich das ganz ordentlich. Das gesamte heutige wasser der erde scheint zum beispiel auf meteoriten zurückzugehen, weil die erde in ihrer „heißen fase“ das ursprüngliche wasser verloren haben wird, und die erdoberfläche ist ja doch ganz ordentlich mit dem nassen zeugs bedeckt.

Darüber hinaus enthalten kometenkerne eine menge kohlenstoff-wasserstoff-verbindungen aller art, und zwar so viel, dass die sie so schwarz sind, dass sie kaum licht reflektieren. Und auch davon müssen im laufe der jahrmilljarden mal ein paar auf dem mars geprasselt sein.

Was passiert, wenn kohlenstoff in sauerstoffarmer atmosfäre (also so wie auf dem mars oder auf der frühen erde) verfügbar ist, etwas wasser da ist (also so, wie es auf dem frühen mars reichlich spuren hinterlassen hat) und ein bisschen beinahe beliebige energie dazukommt, kann man zum beispiel am Miller-Urey-experiment sehen: da schwimmen recht schnell ein paar aminosäuren auf den pfützen.

Ganz ohne, dass irgendwelche marsbakterien beteiligt waren. Und nicht durch irgendeinen uns unbekannten vorgang. Die von der NASA nahegelegte deutung ist also mehr als nur ein bisschen bullschittig; und bei den ideen, dass von diesen möglichen marsmikroben aus einer feuchteren vergangenheit sogar noch welche leben könnten, geht es (so sehr ich mir so einen fund wünschen würde) in die haltlose spekulazjon. Ein mensch mit ganz gewöhnlicher allgemeinbildung (biologie und chemie auf abiturniewoh) — also jemand anders als ein jornalist — hätte das nicht nur bemerken können, sondern bemerken müssen.

Ein lob von mir geht allerdings an golem. Dort erfuhren die spektakulären PResseerklärungstexte der NASA eine angemessene und nötige relativierung:

Absichtlich irreführende Formulierungen wie „altes organisches Material“ lassen sich nur noch mit Spitzfindigkeiten begründen. Ja, Kohlenwassestoffe [sic!] werden als organische Moleküle bezeichnet und auf der Erde ist das meistens auch organisches Material. Aber die Formulierung deutet im Fall des Mars auf Leben hin, wo keines ist. Mit der gleiche Begründung könnten auch Asteroiden, die seit über 4 Milliarden Jahren im Sonnensystem kreisen, als organisches Material bezeichnet werden […] Tendenziell lassen die Ergebnisse in den beiden Papieren aktives oder früheres Leben auf dem Mars eher noch unwahrscheinlicher erscheinen als zuvor

Geht doch! 😉

Ach ja, ist ja auch golem, also ein jornalistisches produkt eher so aus der zweiten reihe ohne den ganz großen presseapparat dahinter. Schon übel, wenn dort sauberer und aufklärerischer gearbeitet wird als von den springers, burdas, bertelsmännern, spiegeln, gruner-und-jahrs, madsäcken und sonstigen contentindustriellen jornalistiksimulazjonen auf der suche nach wirksamer clickbait.

Und nein, die arbeiten bei anderen temen auch nicht sorgfältiger. Immer, wenn ich mich irgendwo auch nur ein bisschen auskenne — ich bin wahrlich kein experte für chemie, astronomie oder gar exobiologie, sondern habe nur kenntnisse auf elementarem niewoh, die ich für grundbildung halte — stelle ich fest, wie schäbig, schlampig, rescherschefrei, kenntnislos und unreflektiert die scheißpresse arbeitet. Die annahme, dass das besser wäre, wenn ich mich einmal irgendwo einmal nicht auskenne, wäre eine sehr dumme annahme.

Tatsächlich ist es bei temen mit etwas unklarer oder schwer zugänglicher faktenlage — also politik, wirtschaft, medizin und wissenschaft — vermutlich sehr oft eine ganz gute annahme, dass die wirklichkeit genau andersrum als in der scheißpresse beschrieben ist, denn so ist es immer, wenn ich es selbst bemerken kann. Aber bitte nicht von einer lügenpresse sprechen, denn das ist pfui und nazi… :mrgreen:

Außerirdisches leben des tages

Unter den planeten unseres sonnensystemes hätte ich ja von einem gashülleumgebenen objekt angenommen, dass dort ganz gewiss kein leben möglich sein wird: von der venus… aber ich habe natürlich nur an leben auf der oberfläche gedacht, nicht an mikroben, die in der atmosfäre schweben.

Und ich denke (wohlgemerkt: als außenstehender, der das original-päjper nur überflogen hat) immer noch, dass diese erkenntnisse eher darauf zurückgehen, dass es besser für die wissenschaftliche karrjere ist, immer schön viel zu publizieren, scheiß auf substanz.

Wissenschaft des tages

Ein paar astronomen haben es mit einem interferometrischen verfahren geschafft, strukturen auf einem 530 lichtjahre entfernten objekt sichtbar zu machen. Das ist eine wirklich beeindruckende beobachtungsleistung! Natürlich ist das ergebnis etwas überraschend… zumindest für menschen wie mich, die „nur“ wissen, wie die granulazjon auf der sonne aussieht und nicht so viel von den ganzen teoretischen modellen der astronomen mitkriegen. (Ich hatte vor einigen jahren mal das vergnügen, mir die sonnenoberfläche in der volxsternwarte hannover mit einem größeren refraktor und einem Hα-filter anschauen zu können — eine gelegenheit, die ich mir nicht entgehen ließ.)

Oh, habe ich damals gar nicht mitbekommen…

Im jahr 2016 hat es mal wieder jemand geschafft, das voynich-manuskript zu lesen. Diesmal mit „künstlicher intelligenz“. Mein schnellurteil (nach genervtem überfliegen): bullschitt!

Warum bullschitt? Ich fasse mich kurz.

  1. Die „buchstaben“ innerhalb der wörter sollen also umsortiert worden sein. Das erklärt zwar die seltsamen strukturen innerhalb der wörter, die manchen schon eine „grammatik“ vermuten ließen, es ignoriert aber die wohlbelegten strukturen innerhalb der zeilen und innerhalb der seiten. Und außerdem: so ganz neu ist die idee nicht
  2. Es wird eine im päjper nicht weiter erläuterte abbildung der currier-transkripzjon auf das hebräische alfabet vorgenommen, danach sind noch „ortografische korrekturen“ erforderlich, um wörter zu erhalten.

    According to a native speaker of the language [hebrew], this is not quite a coherent sentence. However, after making a couple of spelling corrections, Google Translate is able to convert it into passable English: „She made recommendations to the priest, man of the house and me and people.“
    S. 84

    Gar nicht auszudenken, wenn es sich nicht um hebräisch, sondern um arabisch handelt — eine sprache, die im mittelalter jeder richtige gelehrte so gut wie latein beherrschen musste — und wenn gängige abkürzungen und ligaturen dabei auf eigene glyfen abgebildet wurden. Gerade handschriftliches arabisch gebildeter menschen ist voller ligaturen (und deshalb auch heute noch sehr schwierig lesbar), dafür brauchte die arabische welt aber auch niemals eine spezjelle form der stenografie zu entwickeln. Die notwendigkeit, arabisch zu beherrschen, galt insbesondere für spätmittelalterliche mediziner, die die schwächen in der hippokratischen säftelehre beim bedauerlichen wegsterben ihrer pazjenten erkannten und eine „etwas evidenzbasiertere“ und somit wirksamere medizin kennenlernen wollten, was im kristlichen abendland völlig unmöglich war. Ein solcher hintergrund des manuskriptes liegt allein deshalb nahe, weil ein beachtlicher teil der flinken federzeichnungen am besten als medizinisch motivierte notiz (heilpflanzen, wasseranwendungen) verständlich ist. Die scheinbar kosmologischen, kalendarischen und astrologischen zeichnungen hingegen zeigen eine große ferne von der lateinsprachigen gelehrsamkeit des mittelalters und stehen zurzeit noch völlig beispiellos da.

  3. Die annahme eines abjad als grundlage, also eines schriftsystems ohne eindeutige vokalzeichen, gibt beim „übersetzen“ sehr viel zusätzliche freiheit, muster zu finden, die mögliche wörter formen. Vor allem, wenn dann auch noch „orthografische korrekturen“ der umsortierten wörter nötig sind. Da wäre es fast erstaunlicher, wenn man nix findet.
  4. „Sie gab dem Priester, dem Mann des Hauses, mir und den Leuten Ratschläge“ soll also der erste übersetzte satz sein. Weia! Das ist… ähm… etwas unerwartet. Hat der schreiber die illustrationen auf dem (ziemlich teuren) pergament einfach nur gekritzelt, haben sie keinerlei bezug zum text? Da würden mich aber mal weitere „übersetzungen“ interessieren. Oh, die gibt es gar nicht. Na, so ein jammer aber auch!
  5. Aber hej, künstliche intelligenz! Versteht ihr: künstliche intelligenz! Das ist eine tolle neue sache. Da kann man doch mal ein päjper verfassen, es muss ja nicht gleich substanz haben.
  6. Habe ich heute eigentlich schon erwähnt, dass alle transkripzjonen des verdammten manuskriptes sehr fragwürdig sind? Gut, dann habe ich es jetzt getan. Wenn man für etwas an diesem manuskript vieleicht metoden der künstlichen intelligenz gut gebrauchen könnte, denn dafür, die grenzfälle bestehender transkripzjonssysteme aufzuspüren und stellen zu entdecken, an denen möglicherweise die „eingebaute mustererkennungsfähigkeit“ des transkriptors anstelle der glyfenfolge des manuskriptes ihren niederschlag fand. Diese unsicherheiten gelten in besonderer weise für die an vielen stellen des manuskriptes uneindeutigen leerzeichen, die im vorliegenden päjper von bedeutung sind.

Ja, mein ton bei der beurteilung dieses bullschitt-päjpers ist mal wieder etwas gallig, ich weiß. Wer einen schnellen ersten eindruck vom manuskript bekommen möchte oder lust hat, mit den vorliegenden transkripzjonen ein wenig zu experimentieren, bediene sich einfach beim VIB. (Die transkripzjon von Takeshi Takahashi ist unglaublich gut und in höchstens zwei bis drei prozent der getroffenen entscheidungen fragwürdig, so lange es sich nicht um kreisförmig geschriebene texte handelt. Bei denen wird sie allerdings sehr viel schwächer. Ansonsten ist sie für einfache untersuchungen völlig ausreichend.) Allerdings gibt es im VIB aus gründen des „geistigen eigentums“ nur uralte schwarzweiß-fotos in nicht so toller kwalität. Ungleich bessere bilder, auf denen man sogar die poren in der haut der rinderembryos erkennen kann, auf welche der „text“ geschrieben wurde, kann man aber leicht mit einer suchmaschine auffinden. Ja, das pergament ist aus der haut von rinderembryos hergestellt worden. Das war sehr teures schreibmaterjal. Deshalb wurde es auch genäht und geflickt, wenn es vor dem beschreiben erforderlich war. So etwas warf man auf keinen fall weg.

Aber bitte nicht vom ersten eindruck täuschen lassen, den das verdammte manuskript so leicht erwecken kann! Es handelt sich mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit nicht um eine direkt notierte sprache. Wer appetit bekommen hat und sich eingehender damit beschäftigen möchte, wird vielleicht meinen merkzettel für neue voynichologen hilfreich finden, und, als ergänzung im falle vorhandenen humors, den voynich bullschitt index… 😉

(Der VBI macht hoffentlich auch deutlich, was ich schon alles an lustigen teorien vor meine äuglein bekommen habe…)

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich hat mal wieder eine studie gemacht, diesmal über die sprache wissenschaftlicher arbeiten. Und er hat da etwas rausgekriegt, wo keiner jemals hätte mit rechnen können: je weniger wissenschaftliche texte geschrieben werden, um wissen mitzuteilen, und je mehr wissenschaftliche texte geschrieben werden, um für den¹ eigenen CV zu publizieren und um in konferenzen reinzukommen, desto mehr tendieren die texte zu schwer lesbarem, vom fachdschargon durchsetztem, für fachferne menschen schlicht ungenießbarem sprachonanistischen geschwafel.

Das Forscherteam untersuchte 710.000 Kurzreferate (Abstracts) aus 123 biomedizinischen wissenschaftlichen Zeitschriften, die zwischen 1881 und 2015 in englischer Sprache erschienen sind. Dabei zeigte sich, dass die Komplexität der Texte zunahm […] „Wir haben festgestellt, dass die Anzahl der schwierigen Wörter und die durchschnittlichen Silben pro Wort seit Ende des 19. Jahrhunderts kontinuierlich zunehmen“ […] Die Zahl der Fachwörter stieg zudem an – und zwar nicht nur diejenigen, die in der Wissenschaft zwingend notwendig sind. Besonders auffällig ist laut der Forscher auch die zunehmende Nutzung unnötigen wissenschaftlichen Jargons

Niemand hätte damit rechnen können! Und die texte in den reinen schwafelwissenschaften hat sich prof. dr. Offensichtlich noch gar nicht angeschaut. Aber das hat ja schon ein kollege von prof. dr. Offensichtlich gemacht:mrgreen:

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich hat mal ein paar wassertemperaturen gemessen und dabei rausgekriegt, dass flache meere sich schneller erwärmen als tiefe meere und es mit diesem grandiosen ergebnis zur tagesschaumeldung gebracht. Nach dieser völlig unerwarteten erkenntnis wird nichts mehr so bleiben, wie es ist! Unbestätigten gerüchten zufolge plant prof. dr. Offensichtlich, in den kommenden jahren seine forschungen durch temperaturmessungen in pfützen auszuweiten.

Knapp daneben ist auch vorbei…

Aus der beliebten kategorie: beruhigendes aus der wissenschaft:

Einige Astronomen beobachten den Himmel auf der Suche nach Asteroiden, die der Erde gefährlich nahe kommen. Jetzt haben sie einen entdeckt, der sehr knapp an der Erde vorbeigeflogen ist – allerdings erst drei Tage danach

Vielleicht klappts ja beim nächsten mal mit dem treffer… dann gibts die entdeckung auch nicht erst hinterher.

Wissenschaft des tages

Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass wir alle schon einmal materje in der hand gehalten haben, die aus einer anderen galaxie stammt… aber achtung, dieses steile postulat ist das ergebnis von kompjutersimulazjonen, und zurzeit ist meiner meinung nach viel zu wenig über den kosmos bekannt, als dass man derart weitreichende aussagen machen könnte. Zum beispiel weiß zurzeit niemand, was die expansjon des universums beschleunigt und ob diese beschleunigung zeitlich und räumlich konstant ist. In die kompjutersimulazjon gingen natürlich viele annahmen ein, und schließlich musste das so entstandene modell noch „ein bisschen“ vereinfacht werden, um überhaupt mit einer rechenmaschine behandelbar zu sein, die ein bisschen kleiner als die simulierten galaxien ist. Langfristige effekte in komplexen systemen — wie etwa die entwicklung eines intergalaktischen materjeaustausches — sind zurzeit für menschen nicht einmal in leidlich seriösen näherungen erfassbar (was niemanden vom simulieren abhalten sollte). Es ist ja nicht einmal möglich, auf grundlage einer berechnung eine halbwegs zuverlässige vorhersage zu machen, wie das irdische wetter in fünf tagen sein wird, obwohl die vorgänge in der erdatmosfäre deutlich besser verstanden werden als die vorgänge im universum…

(Die annahme, dass supernovae materje so stark beschleunigen können, dass die fluchtgeschwindigkeit einer galaxie erreicht wird, halte ich übrigens für zutreffend.)

Ach, es ist ja sommerloch und die jornalisten brauchen köder, um leser zur reklame zu locken, ich vergaß es völlig… 😀