Juchu!

Wir können die erde einfach verbrauchen, vollmüllen, verbrennen und wegwerfen. Es gibt genug von der sorte im weltraum, die erde scheint ein ziemlich durchschnittliches ding zu sein. So schade, dass man zu den ganzen anderen planeten nicht einfach mit dem auto hinfahren kann…

Ähm… archäoastronomie des tages

Einem Astrophysikteam der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist es nun gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fächer aus den USA und Italien erstmals gelungen, einen solchen Farbwechsel zeitlich sehr genau einzuordnen. Sie ermittelten mithilfe mehrerer historischer Quellen, dass Betelgeuse – der helle rote Riesenstern „links oben“ im Sternbild Orion – vor rund 2000 Jahren noch gelb-orange war. Der chinesische Hofastronom Sima Qian schreibt etwa um 100 v. Chr. über Sternfarben: Weiß ist wie Sirius, Rot wie Antares, Gelb wie Betelgeuse, Blau wie Bellatrix

Das klingt nach einer menge kwellenarbeit und filologie, also gar nicht nach normaler astronomie. Und mit dieser indirekt aus aufzeichnungen und berichten erschlossenen beobachtung lassen sich sogar ein paar konkrete aussagen machen:

Gerade aus der Tatsache, dass der Stern sich in den letzten zwei Jahrtausenden farblich von gelb-orange zu rot geändert hat, kann man zusammen mit theoretischen Rechnungen schließen, dass er etwa 14-mal mehr Masse als unsere Sonne hat […] Er ist dementsprechend 14 Millionen Jahre alt und befindet sich in der Endphase seiner Entwicklung. In etwa 1,5 Millionen Jahren wird er schließlich als Supernova explodieren

Die während unserer lebenszeit leider nicht verifizierbare vorhersage, wann es endlich das große supernova-feuerwerk mit beteigeuze gibt, ist natürlich mit den üblichen plus/minus rd. zehn prozent zu verstehen, die es in der astronomie immer irgendwie gibt. In diesem fall vielleicht noch mit einer zusatzunsicherheit wegen der verwendung antiker kwellen, über deren wirkliches alter und deren wirkliche urheberschaft oft nicht die wünschenswerte klarheit besteht. Aber der im ersten moment etwas schräg wirkende ansatz ist interessant genug und lässt sich vielleicht sogar auf andere objekte ausdehnen, für die es eine vielzahl alter beobachtungsberichte aus verschiedenen regjonen der welt gibt. Allerdings wird dabei wohl nicht noch einmal so etwas klares und auffälliges wie ein farbwexel eines hellen fixsterns ermittelt werden.

Contentindustrie des tages

Der contentindustrielle scheißjornalist so: oh, wir haben gerade einen kometen im sonnensystem, der sich möglicherweise in den kommenden tagen von der erde aus mit bloßem auge beobachten lässt. Damit reiße ich doch keinen vom hocker. Damit kann ich doch keine klicki-klickis ernten und keine werbeplätze vermarkten, und das ist schließlich der einzige grund, weshalb ich hier arbeite. Ich brauche ganz schnell eine knackige übelschrift. Eine, die gefühle auslöst. Nehme ich doch einfach die hier:

Komet rast auf Sonne zu:
Wie sich das Spektakel am Himmel am besten beobachten lässt

[Archivversjon]

Und nein, das ist nicht die bildzeitung…

Wissenschaft des tages

Menschen, die sehr ähnlich aussehen, obwohl sie nicht miteinander verwandt sind, haben sich auch als genetisch verblüffend ähnlich gezeigt. Aber achtung, N=16 ist keine besonders große studie. Aber es handelt sich ja auch nicht um ein so häufiges fänomen, dass nicht-verwandte menschen so zum verwexeln ähnlich wie eineiige zwillinge aussehen.

Die in der studie gefundenen, vermutlich genetisch mitbedingten, fänotypischen ähnlichkeiten gehen über das bloße aussehen hinaus:

Der Vergleich der Befragungen enthüllte, dass sich die Doppelgänger häufig auch in Bezug auf ihre Lebensweise und beispielsweise ihren Bildungsstand stärker ähnelten als zufällig ausgewählte Vergleichspaare. Auch beim Rauchen und dem Körpergewicht gab es signifikante Übereinstimmungen. Obwohl diese Menschen einander nicht kannten und teils weit auseinander lebten, gab es zwischen ihnen demnach weitreichende Gemeinsamkeiten. Ähnliches ist auch von getrennt aufwachsenden Zwillingen bekannt

Corona des tages

Neue corona-virusvarianten entstehen nicht während einer langanhaltenden infekzjon, sondern durch die bekämpfung des scheißvirus mit antikörpern oder antiviralen medikamenten:

Das Ergebnis: „Insgesamt war das Virus in den allermeisten untersuchten Personen erstaunlich stabil!“, berichtet Koautor Adam Grundhoff vom Leibniz-Institut für Virologie in Hamburg. Bei den 14 Patienten und 112 Virenproben zeigte sich in nur vier Isolaten ein signifikanter Anstieg stabiler mutierter Virenformen. „Eine langanhaltende Infektion allein fördert demnach nicht per se die Bildung neuer Virusvarianten“ […] Anders ist dies aber offenbar, wenn diese Patienten zusätzlich antivirale Therapien erhalten. „Wir konnten in einer Patientin, die mit Remdesivir behandelt wurde, beobachten, dass es unmittelbar nach Behandlungsbeginn zur Bildung einer hohen Anzahl von Mutationen kam – darunter auch mindestens einer Mutation, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erhöhte Resistenz gegenüber Remdesivir vermittelt“ […] Alle neun bei dieser Patientin identifizierten Mutationen konnten sich zudem schon nach wenigen Tagen in ihrer Virenpopulation etablieren. Sie fanden sich schnell bei 100 Prozent der beprobten Viren wieder

Corona des tages

Das scheißvirus sieht ein bisschen anders aus, als es meistens abgebildet wird:

Die ersten Abbildungen von SARS-CoV-2 orientierten sich allerdings weniger am aktuellen Erreger, sondern stark an seinem Vorgänger SARS-CoV-1, der 2002/2003 die erste SARS-Pandemie auslöste. Dieses Virus trug rund 100 Spike-Proteine auf seiner Virenhülle und war etwa 100 Nanometer groß […] Bereits im Sommer 2020 hatten Wissenschaftler mithilfe der Kryo-Elektronenmikroskopie die Form und Struktur des Spike-Proteins abgebildet und dabei festgestellt, dass diese viralen „Stacheln“ viel beweglicher sind als gedacht. Dank dreier Gelenke im Stiel des viralen Proteins kann sich dessen Kopf in fast alle Richtungen neigen und drehen […] Auch die Zahl der Spike-Proteine pro Virion ist geringer als anfangs angenommen: Statt rund 100 wie sein Vorgänger SARS-CoV-1 trägt der aktuelle Pandemie-Erreger im Schnitt nur 26 „Stacheln“ auf seiner Oberfläche […] Die Virenpartikel sind zudem keineswegs immer kugelförmig: Abhängig von den Umwelteinflüssen kann sich die dünne, bewegliche Doppelmembran der Virenhülle leicht verformen

Gut, ist ja eher unwichtig für uns, weil wir uns das scheißvirus ja nicht anschauen. Aber wer immer noch nicht genug corona hat, kann sich das aktuelle modell mal ausdrucken:

Das Team der Coronavirus Structural Task Force hat auf Basis der neuen Erkenntnisse ein aktualisiertes Modell des Coronavirus SARS-CoV-2 für den 3D-Drucker erstellt

Endlich kann man sich ein neues, realistischeres bild davon machen!!1!

Juchu! Durchbruch in der kernfusjon!!1!

Ein riesenerfolg: einfach nur noch 1,9 megajoule energie reinstecken, um 1,3 megajoule energie damit zu erzeugen [archivversjon]!!1! Die welt wird nicht mehr die selbe sein!!1!

Die menschheit ist eigentlich nur noch zehn jahre von der energieerzeugung durch kernfusjon entfernt… und zwar seit gut fuffzich jahren. 🤭️

Übrigens: die erde ellipst um einen großen und noch lange sehr gut funkzjonierenden fusjonsreaktor namens sonne, die hier auf der erde im tagesdurchschnitt rd. 160 watt pro kwadratmeter runterbritzelt. Technik, mit der man diese fusjonsenergie nutzen kann, ist verfügbar und relativ preiswert, wird aber nicht eingesetzt. Ach, wenn jeder mensch einfach sonnenenergie nutzen könnte, dann gäbe es ja gar keine gewinne mehr für die energiewirtschaft? Gut, dann kann man natürlich nix machen. Und bomben kann man aus sonnenenergie leider auch nicht bauen, denn sonst gäbe es überall staatlich geförderte sonnenkollektoren. Dann steckt man eben lieber staatliche forschungsgelder in die fusjonsforschung, um im erfolgsfall die mit dem verfahren erzielten gewinne zu privatisieren.

Nein, ich habe nichts gegen grundlagenforschung. Ich glaube nur, dass im moment selbst der teure, langwierige und extrem aufwändige aufbau einer dysonsfäre schneller zu einem erfolg für die energieversorgung führen wird als die forschung an kontrollierter fusjon in reaktoren. Denn beim aufbau einer dysonsfäre führt jeder fortschritt zu einer nutzbaren energieausbeute, ganz im gegensatz zum letzten halben jahrhundert fusjonsforschung. Und nein, ich habe keine auch nur unreife idee, wie man die dabei gewonnene energie möglichst effizjent dorthin übertragen kann, wo sie benötigt wird, aber halte dieses problem für leichter lösbar als die probleme mit druck, plasma, herstellung der „zündenergie“ und den temperaturen in einem dauerhaft laufenden fusjonsreaktor, der nicht nur für einen sekundenbruchteil energie erzeugen soll.

Dass ich das noch erlebe!

Die spektrum der wissenschaft schreibt über den mandelaeffekt¹. Und kaum schaut man mal richtig nach, schon stellt sich raus, dass die verbreiteten falschen erinnerungen ein reales fänomen sind und kein mentales defizit irgendwelcher spinner (von denen es natürlich auch eine menge gibt). Aber tatsächlich gibt es eine menge leute, die unabhängig voneinander im wesentlichen die gleichen falschen erinnerungen haben, was ich ziemlich erstaunlich finde und immer wieder mal überprüft habe. Ich habe bis jetzt nur einen menschen getroffen, der davon völlig frei zu sein scheint, und der zieht sich jeden tag so große mengen berauschender substanzen in den schädel, dass ich richtig darüber überrascht war, dass die erinnerungen so klar sind.

Ich bin nicht überrascht. Ich habe schon vor längerer zeit festgestellt, dass werber diese eigenart der wahrnehmung kennen und in ihrer reklame auch nutzen, um ihre manipulazjon noch fieser zu machen. Nein, mit reklame wird nicht rumgespielt, das ist ab einer gewissen unternehmensgröße alles vorsatz, gedanke und plan. Da passieren keine fehler mit einer marke oder einem logo. Es wird sowieso höchste zeit, dass jedes unternehmen, das nach scheiße stinkende reklamelügner fürs lügen, hirnficken und manipulieren bezahlt, so sehr verachtet wird, dass es deshalb in die insolvenz geht. Aber die leute finden es ja geil und kaufen die scheiße, selbst dann noch, wenn sie völlig überteuert ist…

¹Ich mag das wort „mandelaeffekt“ nicht, aber es hat sich leider eingebürgert. Ich werde den tag, an dem Nelson Mandela aus dem knast entlassen wurde, niemals vergessen. Ich war in den niederlanden, in einer fresskneipe mit dem schönen namen „pannenkoekenhuis“ (und ja, die pfannkuchen dort waren wirklich sehr lecker), und im hintergrund lief das radio. Ich verstehe niederländisch nicht wirklich gut, schon gar nicht bei dem üblichen kwasseltempo der meisten niederländer, und ich war immer froh, dass fast alle niederländer ein beneidenswert gutes englisch sprechen. (Nein, ich komme ihnen nicht erstmal mit „het duits“ und erwarte, verstanden zu werden, das mögen viele nicht. Dafür gehen aber viele schnell auf deutsch über, wenn ich englisch anfange, weil sie das ebenfalls sehr gut können.) Als ich im radio „Dit is de nederlandse omroep stichting met het nieuws. Nelson Mandela is vrij“ gehört habe, hatte ich nicht das geringste verständnisproblem. In der kneipe brach spontan regelrechte freude aus… von daher weiß ich genau, dass Nelson Mandela nicht in der haft gestorben ist.

Neues von der coronafront

Haltet durch, der vernichtende endsieg gegen das scheißvirus steht unmittelbar bevor [archivversjon]:

US-Forscher haben einen monoklonalen Antikörper entdeckt, der an einer unver­än­derlichen Region am „Stiel“ des S-Proteins von SARS-CoV-2 bindet. In ersten Laborex­perimenten wurde eine neu­tralisierende Wirkung gegen alle Varianten von SARS-CoV-2 erzielt sowie gegen andere Beta-Coronaviren wie SARS-CoV und MERS-CoV und einige Erkältungsviren […] Die besten Testergebnisse wurden mit dem Antikörper 1249A8 erzielt. Er neutralisierte nicht nur den Wildtyp Wuhan von SARS-CoV-2 und seine Varianten Beta, Gamma, Delta, Epsilon und Omikron. Auch das erste SARS-CoV, das 2002 bis 2004 eine Pandemie auslöste, sowie MERS-CoV, das auf der arabischen Halbinsel immer wieder tödliche Erkrankungen am „Middle East Respiratory Syndrome“ verursacht, wurden neutralisiert

Immunsystem hochfahren

Wer nicht krank werden möchte, sollte einfach sein immunsystem schulen. Nein, nicht mit einem teller immunsuppe von maggi, sondern durch anschauen erkrankter menschen in einem video:

Vorbeugende Reaktion: Unser Immunsystem reagiert schon auf den bloßen Anblick von potenziell krankmachenden Symptomen wie Niesen, Husten oder Schleim – es produziert dann Antikörper, noch bevor Krankheitserreger im Körper präsent sind, wie Forschende herausgefunden haben. In ihrem Experiment stieg die Konzentration von Immunglobulin A im Speichel von Testpersonen nach Anblick grippekranker, niesender Menschen um gut 80 Prozent, bei ekligen Videos verfaulter Lebensmittel immerhin noch um fast 50 Prozent

Gegen scheißcorona wird das allerdings nicht helfen, weil wir dafür keine ausreichende immunreakzjon haben. Aber ich finde es schon recht interessant, dass ein vorstellungsinhalt, dass man krank werden könnte, bereits zu einer körperlichen reakzjon zur krankheitsabwehr führt. Nicht, dass das am ende auch ein teil der erklärung dafür ist, warum gegen corona geimpfte menschen, die sich „sicher fühlen“, so oft erkranken.

Grüße auch an die BRD-außenministerin Annalena Baerbock, die zwar vierfach geimpft ist, sich aber trotzdem kronisches corona — auf neudeutsch meist als long covid bezeichnet — gefangen hat.

P’litiker lassen sachverständige p’litik evaluieren

Am Tag der Abgabe hätten dann führende Politiker geäußert, dass man „eh schon alles wisse“ und das Gutachten kein „Bremsklotz“ sein dürfe

Da hat man als herrschaft aus der BRD-parteienoligarchie schon einen „sachverständigenrat“, den man vollständig selbst zusammengestellt hat (p’litdeutsch: einen „unabhängigen sachverständigenrat“ zur evaluazjon der corona-maßnahmen), aber selbst diese mit den namen von wissenschaftlichern dekorierte pseudowissenschaftliche dreckscheiße ist noch eine gefahr für die p’litischen beglückungsideen, oder, in den ehrlicheren worten der p’litiker, ein bremsklotz für die p’litische willkür.

Wenn eine Journalistin bei einer Pressekonferenz zugeschaltet ist, keine einzige Frage stellt, aber noch vor Ende der Pressekonferenz einen höchst kritischen Kommentar in einer großen Tageszeitung veröffentlicht, dann sind wir an einem Punkt angelangt, an dem das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Medien nachhaltig Schaden nimmt

Und ja, dass jornalisten aus presse und glotze schon vor jeder reschersche wissen, was sie für märchen erzählen werden und sich die fakten einfach ein bisschen zurechtfummeln, ist im lande von Claas Relotius ebenfalls völlig normal. Aber dafür erzählen sie so schöne märchen.

Sind eben intelligenzverachtende menschenfeinde und speichellecker der p’litischen klasse, die scheißjornalisten.