Gesundheit des tages

Nachdem hunderttausende von menschen mit ihren essstörungen in „psychosomatischen kliniken“ unter verbrennung erheblicher gelder aus der krankenversicherung systematisch psychisch gefoltert und entweder in den wahnsinn, die esoterik, in jahrelange terapiesucht oder auch mal in den freitod getrieben wurden, zeigt sich, dass es möglicherweise körperliche ursachen für essstörungen gibt.

Mädchen, die auf Grund einer schweren Infektion ins Krankenhaus eingeliefert worden waren, hatten anschließend ein um 22 Prozent höheres Risiko, eine Magersucht (Anorexia nervosa) zu entwickeln. Das Risiko für eine Bulimie stieg um 35 Prozent und das für andere, nicht näher spezifizierte Essstörungen um 39 Prozent im Vergleich zu Probandinnen, die nicht stationär behandelt werden mussten. Ein ähnlicher Trend zeigte sich im Hinblick auf die Behandlung mit antiinfektiösen Medikamenten wie zum Beispiel Antibiotika: Teilnehmerinnen, die drei oder mehr Rezepte für solche Mittel erhalten hatten, erkrankten später häufiger an Essstörungen als Personen, denen diese seltener verschrieben worden waren. Das Risiko war innerhalb der ersten drei Monate nach der Aufnahme ins Krankenhaus oder dem Einlösen eines entsprechenden Rezepts am größten

Auch weiterhin viel spaß mit der krankenversicherungsfinanzierten folter so genannten psychoterapien!

Zensorfone des tages

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Zu dieser seite werden vodafone-kunden umgeleitet, die… ähm… webseits aufrufen wollen, die nach meinung geistiger eigentümer zensiert werden müssen.

Studenten, gesundheitssystemgenießern und wissenschaftlich interessierten menschen, die zum beispiel weiterhin scihub benutzen wollen, sei ein VPN empfohlen! Das ist jetzt das neue westfernsehen… 😦

Das bildschirmfoto wurde mir von einem leser zugesteckt.

Expandierende expansjon

Das Universum breitet sich noch schneller aus, als Astrophysiker erwartet haben und eine neue Physik scheint immer nötiger, um diese Diskrepanz zu erklären […] Es gebe bereits mehrere Theorien, um die Diskrepanz zu erklären, aber eine Antwort habe man nicht

In letzter zeit denke ich immer häufiger, dass der ganze kosmos einfach nur vor der kwietschenden dummheit auf der erde flieht und wir deshalb eine ausdehnung wahrnehmen… 😉

(Hej, es ist freitag, und ich wollte meinen vorhersehbaren trollkommentar nicht unter den gefühlt tausend anderen trollkommentaren im heiseforum untergehen lassen. Aber was haltet ihr von diesem etwas ernster gemeinten vorschlag: je tiefer und präziser wir den kosmos erfassen, desto größer wird die benötigte rechenleistung der simulazjon, die dann die entsprechenden einzelheiten liefern muss. Und um diesen effekt bei begrenztem speicher, begrenzter rechenzeit und begrenzter energie in erträglichem rahmen zu halten, ist in der aktuell verwendteten simulazjon eine expansjonsfunkzjon eingebaut, die mit zunehmender menge an simulieren datenpunkten die weniger durch beobachtung determinierten datenpunkte mit größerem abstand im simulierten raum verstreut. Wollen wir mal hoffen, dass der programmierer dieser simulazjon dabei nicht gepatzt hat und die wichtigsten erhaltungssätze zumindest so weit gültig sind, dass uns simulierten menschen der simulierte kosmos demnächst nicht um die simulierten ohren fliegt. Das ist genau so glaubwürdig wie ein kosmos, der vor unserer dummheit flieht – und da kenne ich ernstzunehmende und durchaus intelligente menschen, die so ein gedankenspiel völlig diskutabel fänden. Ich glaube, es liegt daran, dass sie kompjutersimulazjonen kennen…)

Und wieder kein außerirdisches leben!

Es sieht so aus, als ob die gelegentlichen metan-anstiege in der marsatmosfäre auf meteoriteneinschläge zurückzuführen sind, die metan mitbringen und/oder aus tieferen bodenschichten lösen. [Link geht auf einen englischsprachigen text]

Our results support the idea that methane release on Mars might be characterised by small, transient geological events rather than a constantly replenishing global presence […]

Immer, wenn es irgendwo im sonnensystem messergebnisse gibt, die aufgeregt als anzeichen außerirdischen lebens gedeutelt werden, handelt es sich um nieten.

Astronomische überraschung des tages

Dass es auf dem planeten mars wasser gegeben hat, überrascht niemanden mehr, denn die von wasser geformten geologischen (besser: areologischen) strukturen waren schon auf hochauflösenden fotos aus einer umlaufbahn sichtbar. Heute ist der mars knochentrocken und recht… ähm… kühl, wie man es bei der größeren entfernung von der sonne und der sehr dünnen atmosfäre auch erwarten könnte. (Die schon in etwas größeren teleskopen von der erde aus sichtbaren polkappen des mars bestehen nicht aus wassereis, sondern aus gefrorenem kohlendioxid.) Aber es ist überraschenderweise viel länger viel mehr flüssiges wasser auf dem mars herumgeflossen und hat dort oberfläche gebildet, als es die marsklimamodellierer bislang erwartet haben.

Gängiger Theorie nach war der Mars schon vor rund drei Milliarden Jahren ein kalter Wüstenplanet. Regen fiel so gut wie gar nicht mehr, weil auch die Atmosphäre längst zu dünn für dicke Regenwolken war. Doch die Flusstäler aus dieser Zeit zeichnen nun ein ganz anderes Bild. Demnach gab es trotz des frostigen Wüstenklimas zwischendurch doch noch Perioden mit starken, kurzen Regenfällen

Die schangse, dass man da irgendwann einmal spuren einer von der erde unabhängigen biologischen evoluzjon (also spuren früheren lebens) findet, ist also gar nicht so schlecht — vorausgesetzt, wir erkennen die überreste völlig fremder lebensformen überhaupt als solche. Und genau daran habe ich so meine zweifel, denn wir kennen ja nur ein einziges mögliches modell (nämlich das irdische) für diese hochkomplexen wexelwirkungen in einem fließgleichgewicht, die wir „leben“ nennen, und alle unsere annahmen gehen dahin, dass es woanders im kosmos sehr ähnlich sein müsse. Zu leicht findet man sich da als landbewohner wieder, der in einer stadt wie berlin vergeblich nach dem dorfgemeinschaftshaus sucht, es nicht findet und daraus schließt, dass dort wohl keine menschen leben…

Aus wissenschaft und forschung

Wusstet ihr schon, dass es temperaturen unterhalb null kelvin geben kann? Der artikel ist nicht so ganz aktuell, aber ich wurde da gerade reingestupst und habe seit 2013 noch nix davon gehört. Wenn es eine andere webseit, zum beispiel so ein jornalismusmüll wäre, würde ich ja einfach nach überschrift und dem ersten absatz den tab zumachen, weil die nadel meines bullschittindikators am vollanschlag klebte.

Nein, der artikel ist nicht von einem ersten april. Das war das erste, wonach ich geschaut habe.

Mondgras

Zudem hat Chang’e 4 Saatgut geladen, mit dem geprüft werden soll, ob Gemüseanbau in einer geschlossenen Umgebung bei der niedrigen Schwerkraft der Mondoberfläche möglich ist

Ich befürchte ja, dass man für den gemüseanbau auch ein bisschen wasser braucht… 😀

Wenn die chinesen demnächst auf dem mond rumhüpfen, noch während die vereinigten staaten eines teils von nordamerika die Trumpsche mauer an der mexikanischen grenze errichten, wird sich in nur wenigen jahren eh kein mensch mehr dafür interessieren, wer damals im kalten krieg zuerst da war. Und die leute, die kokain in die vereinigten staaten eines teils von nordamerika bringen wollen, werden sich kaum für die mauer interessieren. Unterdessen haben die ärzte der vereinigten staaten eines teils von nordamerika einen erklecklichen anteil der bevölkerung opioidsüchtig gemacht.

Und nun zu den wissenschaftsmeldungen

Hier ein kleines leckerli für alle menschen, die glauben, dass wir innerhalb einer kompjutersimulazjon existieren: der niederländische fysiker und nobelpreisträger Gerardus ‘t Hooft geht davon aus, dass das universum ein zellulärer automat ist.

Ich finde das übrigens einen interessanten gedanken, stelle aber fest, dass es dann je nach geometrischer anordnung der zellen „bevorzugte richtungen“ der informazjonsausbreitung geben müsste, und das widerspricht zumindest dem bild des kosmos im großen, denn der verhält sich nach allen richtungen gleich. Allerdings gibt es keinen grund, warum die zellen nicht in einer mehrdimensjonalen regelmäßigen anordnung vorliegen sollten, und der für uns beobachtbare kosmos wäre ein dreidimensjonaler schnitt in dieses gebilde. Dabei könnten schon im vierdimensonalen fall sehr überraschende muster entstehen (inbesondere solche, die symmetrisch sind, sich aber nirgends im raum wiederholen), und für fünf dimensjonen würde ich keine aussage wagen, was für eigenschaften solche schnitte haben könnten.

Herr ‘t Hooft ist mir allein deshalb schon sehr sympatisch, weil er an einen vollständigen determinismus allen geschehens glaubt und deshalb auch die illusjon der „willensfreiheit“ ablehnt. 😉

Prof. dr. Offensichtlich

Prof. dr. Offensichtlich, der unterbezahlte und überbeschäftigte enthüller voller enthüllungen, macht mal wieder einen nebendschobb als jornalist und hat dabei rausgekriegt, dass noch gar nicht übertragene daten aus der weltraumforschung noch nicht veröffentlicht wurden:

Die nicht übermittelten Informationen sollen nun in den kommenden Tagen zur Erde gesendet werden, wo sie ausgewertet werden. Dazu gehören auch 120 Fotos, die aber noch nicht veröffentlicht wurden

😀

Hier noch eine archivversjon, falls heise heute noch mal umformuliert…

Und nun zur wissenschaft

Huch, da guckt man mal anderthalb tage nicht in die webseit der spektrum und kriegt gar nicht mit, dass mal wieder die riemannsche vermutung bewiesen wurde. So sehr ich mir wünsche, dass der beweis korrekt ist…

Die einzelnen mathematischen Umformungen nahmen nur drei Zeilen in Anspruch. Damit hatte niemand gerechnet

…so gering ist mein glaube daran. Alles weitere gibt es dann in nächsten tagen wohl von richtigen matematikern. 😉

Wer nicht weiß, was die riemannsche vermutung ist: der wicked-pedia-artikel ist zwar inhaltlich korrekt, aber setzt vorkenntnisse oder lesebereitschaft voraus. Wer etwas englisch kann und einen etwas anschaulicheren zugang zur zeta-funkzjon sucht, sollte sich vielleicht dieses beachtliche video von 3blue1brown anschauen. Aber selbst dafür sollte man schon einmal von komplexen zahlen gehört haben…

Sommerloch des tages

See unter dem Südpol
Flüssiges Wasser auf dem Mars entdeckt

Im päjhper der forschergruppe ist zwar nur von „anzeichen für flüssiges wasser“ die rede, aber eine derart zurückhaltende ausdrucksweise macht sich ein jornalist doch nicht zu eigen. Auch dann nicht, wenn er ansonsten von „fäjhkwissenschaft“ spricht, weil päjhpers in nicht ganz stubenreinen zeitschriften veröffentlicht werden. Denn um sich so zurückhaltend ausdrücken zu können, müsste der jornalist ja lesen, was die wissenschaftler schreiben, und das kostet doch viel zu viel zeit im harten kampf an der contentfront.

Und was fehlt jetzt noch für eine richtige tatütata-sommerlochmeldung? Dass zum mindestens fünften mal anzeichen für flüssiges wasser auf dem mars entdeckt wurden, interessiert doch keinen. Dass auf äußerst indirektem wege unter kilometerdickem eis unter fachwissenschaftlern umstrittene anzeichen für wasser gefunden wurden, welches mutmaßlich durch gelöste salze und enormen druck bei minus siebzig grad celsius flüssig gehalten wird, ist auch eher so eine meldung für generell sehr wissenschaftsinteressierte menschen. Kleine grüne männchen oder doch wenigstens ihre vorstufen werden benötigt… oh…

Die Suche nach flüssigem Wasser ist wichtig, weil das eine wichtige Voraussetzung für Leben ist. Wissenschaftler suchen noch immer Hinweise darauf, ob es früher oder vielleicht sogar noch heute Lebewesen auf dem Mars gibt

Bingo!

Der übliche jornalismus aus der sommerloch-hölle eben, die hundstage der hirnlosen.

Ach so, für genießer: die spektrum der wissenschaft hat natürlich auch einen artikel, und zwar mit deutlich weniger irreführendem titel. Und auch der text bei den seriösen wissenschaftsjornalisten…

Ob es ein richtiger See ist, eine Art Schlamm oder wassergesättigtes Sediment, können die Wissenschaftler allerdings noch nicht sagen

…klingt gleich viel erträglicher. Aber damit zieht man ja auch nicht ein nessie-äjhlien aus dem sommerloch. 😉

Händi des tages

Gar nicht auszudenken, wenn der fetisch des beginnenden 21. jahrhunderts, das händi, doch seine nutzer gehirnkastriert:

Wie eine Schweizer Studie mit 700 Jugendlichen ergab, beeinträchtigt die erhöhte Strahlenbelastung vor allem das visuell-gegenständliche Gedächtnis. Halten die Vieltelefonierer ihr Handy vorwiegend an die linke Kopfseite, ist dagegen das verbale Gedächtnis stärker betroffen, wie die Forscher berichten […] Bei den Jugendlichen, die zwar viel am Handy spielten, Textnachrichten verschickten und es zum Surfen nutzen, aber wenig damit telefonierten, trat dieser Effekt dagegen nicht auf

Immer schön mit aluhut telefonieren! Dem gehirnchen zuliebe! :mrgreen:

Übrigens, ihr da bei scienxx: wenn ihr schon in einem anfall lobenswerten wissenschaftsjornalismus einen DOI angebt, dann gebt doch bitte auch den richtigen an, der von DOI-resolvern auch gefunden werden kann! Sonst könnt ihr euch das nämlich ganz sparen. Ja, es gibt menschen, die interesse an kwellen haben. (Ich fände zum beispiel das studiendesein interessant, um entscheiden zu können, ob es sich eher um bullschitt, um eine unbewusste reprodukzjon dessen, was von den forschern vorher schon erwartet wurde oder eben um ein ernstzunehmendes ergebnis handelt. Dafür müsste ich allerdings einen einblick haben, wie vorgegangen wurde. Den gibt der artikel natürlich nicht, weil das den rahmen eines populärwissenschaftlichen magazines wie scienxx sprengen würde.)

via brightsblog

Hadmut Danisch des tages

Ein (Zeitungs-)Verlag behauptet, dass (Wissenschafts-)Verlage Betrüger sind, obwohl er ähnlich gearbeitet hat

Und weils so schön ist, gleich noch ein anderes zitat aus einer anderen webseit:

Ist der Beitrag von Eckert und Hornung eigentlich Peer reviewed oder kann bei der Tagesschau jeder schreiben, was er will, ohne dass die Qualität dessen, was geschrieben wurde, geprüft wird oder gar die Folgen?

Nachtrag, 20.7., 1:15 Uhr:

„Fake Science“
Dieser Begriff kann der Wissenschaft nur schaden

Möchte hier jemand halluzinazjonen haben?

Dazu braucht man keine illegalen substanzen. Es reicht, wenn man sich einfach kondizjonieren lässt. Zum beispiel jeden tag aus presse und glotze… aber nicht, dass ihr dabei so endet wie der heimathorst Seehofer und jeden blick für wirkliche probleme und jegliches maß verliert!

Und nun etwas musik!

Eine gute nachricht für kaffeetrinker

Kaffee verlängert das Leben – sogar wenn man sehr viel davon trinkt. Entkoffeinierter Kaffee gilt auch

Ich bin immer sehr ungläubig bei solchen langfristigen lebensmittelstudien. Ihr wisst ja: wer eine korrelazjon findet, denkt sich die kausalität gern aus. Immerhin ist die spektrum der wissenschaft ebenfalls zurückhaltend in ihrer berichterstattung, die bullschitt-jornalisten werden das ganz anders vermelden. (Im moment sind die aber alle mit Seehofer und Merkel beschäftigt.)

Jornalismus des tages

Habt ihr sicherlich auch mitbekommen: dieses NASA-marsauto hat auf der marsoberfläche erstmals komplexere kohlenstoffverbindungen (so genannte organische verbindungen) gefunden, und die NASA hat da auch gleich eine presseerklärung rausgerotzt, eine stunde juhtjuhbb befüllt und ständig und immer wieder davon gelabert, dass es sich um ein indiz handele, dass es einmal leben auf dem mars gegeben haben könnte. Und die scheißjornalisten im sommerloch haben diese vorlage dankbar abgeschrieben, ohne auch nur die spur eigener reschersche oder gar eigener gedanken anzufügen.

Ich wills mal so sagen: auch auf dem mars fallen immer wieder einmal steine vom himmel. Darunter zum beispiel auch kohlige chondriten. Die sind zwar recht selten, aber enthalten dafür ein bisschen komplexere kohlenstoff-wasserstoff-verbindungen (und sogar ein bisschen zeugs, das älter als unser sonnensystem zu sein scheint). Und über einen zeitraum von rd. vier milljarden jahren läppert sich das ganz ordentlich. Das gesamte heutige wasser der erde scheint zum beispiel auf meteoriten zurückzugehen, weil die erde in ihrer „heißen fase“ das ursprüngliche wasser verloren haben wird, und die erdoberfläche ist ja doch ganz ordentlich mit dem nassen zeugs bedeckt.

Darüber hinaus enthalten kometenkerne eine menge kohlenstoff-wasserstoff-verbindungen aller art, und zwar so viel, dass die sie so schwarz sind, dass sie kaum licht reflektieren. Und auch davon müssen im laufe der jahrmilljarden mal ein paar auf dem mars geprasselt sein.

Was passiert, wenn kohlenstoff in sauerstoffarmer atmosfäre (also so wie auf dem mars oder auf der frühen erde) verfügbar ist, etwas wasser da ist (also so, wie es auf dem frühen mars reichlich spuren hinterlassen hat) und ein bisschen beinahe beliebige energie dazukommt, kann man zum beispiel am Miller-Urey-experiment sehen: da schwimmen recht schnell ein paar aminosäuren auf den pfützen.

Ganz ohne, dass irgendwelche marsbakterien beteiligt waren. Und nicht durch irgendeinen uns unbekannten vorgang. Die von der NASA nahegelegte deutung ist also mehr als nur ein bisschen bullschittig; und bei den ideen, dass von diesen möglichen marsmikroben aus einer feuchteren vergangenheit sogar noch welche leben könnten, geht es (so sehr ich mir so einen fund wünschen würde) in die haltlose spekulazjon. Ein mensch mit ganz gewöhnlicher allgemeinbildung (biologie und chemie auf abiturniewoh) — also jemand anders als ein jornalist — hätte das nicht nur bemerken können, sondern bemerken müssen.

Ein lob von mir geht allerdings an golem. Dort erfuhren die spektakulären PResseerklärungstexte der NASA eine angemessene und nötige relativierung:

Absichtlich irreführende Formulierungen wie „altes organisches Material“ lassen sich nur noch mit Spitzfindigkeiten begründen. Ja, Kohlenwassestoffe [sic!] werden als organische Moleküle bezeichnet und auf der Erde ist das meistens auch organisches Material. Aber die Formulierung deutet im Fall des Mars auf Leben hin, wo keines ist. Mit der gleiche Begründung könnten auch Asteroiden, die seit über 4 Milliarden Jahren im Sonnensystem kreisen, als organisches Material bezeichnet werden […] Tendenziell lassen die Ergebnisse in den beiden Papieren aktives oder früheres Leben auf dem Mars eher noch unwahrscheinlicher erscheinen als zuvor

Geht doch! 😉

Ach ja, ist ja auch golem, also ein jornalistisches produkt eher so aus der zweiten reihe ohne den ganz großen presseapparat dahinter. Schon übel, wenn dort sauberer und aufklärerischer gearbeitet wird als von den springers, burdas, bertelsmännern, spiegeln, gruner-und-jahrs, madsäcken und sonstigen contentindustriellen jornalistiksimulazjonen auf der suche nach wirksamer clickbait.

Und nein, die arbeiten bei anderen temen auch nicht sorgfältiger. Immer, wenn ich mich irgendwo auch nur ein bisschen auskenne — ich bin wahrlich kein experte für chemie, astronomie oder gar exobiologie, sondern habe nur kenntnisse auf elementarem niewoh, die ich für grundbildung halte — stelle ich fest, wie schäbig, schlampig, rescherschefrei, kenntnislos und unreflektiert die scheißpresse arbeitet. Die annahme, dass das besser wäre, wenn ich mich einmal irgendwo einmal nicht auskenne, wäre eine sehr dumme annahme.

Tatsächlich ist es bei temen mit etwas unklarer oder schwer zugänglicher faktenlage — also politik, wirtschaft, medizin und wissenschaft — vermutlich sehr oft eine ganz gute annahme, dass die wirklichkeit genau andersrum als in der scheißpresse beschrieben ist, denn so ist es immer, wenn ich es selbst bemerken kann. Aber bitte nicht von einer lügenpresse sprechen, denn das ist pfui und nazi… :mrgreen: