Früher war alles besser…

Und früher hat man das, was heute industriell produzierter tinnef ist, der gebildeten menschen zum trost über ihren schizofrenen „leifsteil“ als esoterik verkauft wird, noch ganz klar mit dem wort aberglaube bezeichnet. Wenn man gebildet und dadurch über die dumpfe magie erhaben war, sogar mit dem wort dummer aberglaube.

MySpace will keine blogger mehr

Ja, ich habe ein profil bei MySpace, obwohl ich diese von reklame zur unbrauchbarkeit verstümmelte web-zwo-null-kacke kaum ertragen kann. Vor einiger zeit habe ich mal darüber nachgedacht, meinen zugang bei MySpace zu kündigen und auf diesen für mich recht überflüssigen schrott zu verzichten.

Aber das profil hat sich für mich immer wieder als praktisch erwiesen. Wenn man meinen namen in guhgell oder eine andere suchmaschine eingibt, steht es sehr weit oben, und von diesem profil aus verlinke ich die ganzen anderen großen und kleinen projekte, mit denen ich so das internetz bepflastere. Weil ich niemanden mit der besonderen MySpace-„kunst“ völlig überladener profile beeindrucken wollte, ist es übrigens ein sehr einfach gestaltetes profil. Da ich auch an einigen webforen teilnehme, benutze ich dieses profil gern für die angabe meiner hohmpäjtsch — in den meisten ernsthaften foren ist die verwendung von links in der signatur verboten und man kann in seinem profil nur eine URL angeben.

Sicher, ich könnte diesen schrott trotzdem aufgeben, könnte mir schnell eine kleine übersichtsseite basteln, die genau diesen zweck erfüllt und diese irgendwo in das netz stellen, zum beispiel unter einer subdomäjhn einer der domäjhns, die ich sowieso schon nutze. Aber es würde wohl monate dauern, bis diese neu erstellte seite bei guhgell so weit nach oben gespült wird.

Und es ist bemerkenswert: Im moment kommen fast alle leute über das verkackte MySpace-profil zu meinen alben. Es kommt mir fast so vor, als würden diese alben gar nicht mehr anders zu finden sein, seit ich sie von jamendo wegen der entwertung durch gelayerte reklame weggenommen habe. Jemand, der nach meinen alben sucht, landet auch auf meinem verhassten MySpace-profil. Es ist gar nicht mehr lustig…

Manchmal glaube ich, dass dieses profil noch bestehen wird, wenn ich alle anderen projekte aufgegeben habe.

Aber das ist gar nicht mein tema. Mein tema ist, dass zu so einem MySpace-profil auch ein kleines, integriertes blog gehört. Es ist kein tolles blog, aber es ist eben gut in den ganzen MySpace-kram integriert, und deshalb habe ich dieses blog immer wieder einmal ein bisschen befüllt.

Das hat jetzt allerdings aufgehört. Denn MySpace hat seit einiger zeit einen neuen editor für die blogpohstings, und dieser editor ist mit jedem brauser, den ich benutze, völlig unbrauchbar. Er funkzjoniert weder mit dem firefox noch mit dem opera richtig. Es ist mir einfach nicht mehr möglich, auf MySpace einen blogeintrag zu verfassen.

Und ich frage mich, ob MySpace wohl keine blogger mehr haben will. Ob die da nur noch passive konsumenten haben wollen, die eine nichts sagende selbstdarstellung grafisch überfrachtet in das internetz stellen, dabei nach möglichkeit genug über sich mitteilen, dass man schön zielgruppengerecht nervreklame einbetten kann (für obdachlose haben sie übrigens keine angebote) und ob sich die zukünftige interakzjon in diesem „web to zero“ dings auf das bloße sammeln von so genannten „freunden“ beschränken soll, die dabei zu reinen briefmarken fürs profil verkommen. Denn wenn MySpace wollte, dass man dort bloggt, denn würde das bloggen auch funkzjonieren.

Oder soll man etwa einen internetz-exploder benutzen, weil der die ganze scheißreklame nicht rausblocken kann?

Nee, MySpace, es ist echt ein trübe sache…

Anfrage bezüglich linkwerbung

Ihr leute von linklift,

es ist ja nicht so, dass ich zu blöd wäre, mich um reklame zu kümmern, wenn ich irgendwelche klickerpfennige haben wollte. Dennoch gibt es immer wieder einmal anfragen wie die folgende:

Sehr geehrter Herr Schwerdtfeger,

ich würde Ihnen gern ein Angebot für Textlinkwerbung auf xxxx.xxxxxxxxx.de unterbreiten. Ist dies prinzipiell möglich? Sind Sie da der richtige Ansprechpartner für mich?

Mit freundlichen Grüßen

Axxx Mxxxxx | Marketing Manager Deutschland
Tel: 30-2xxxxxx-x6 | axxx.mxxxxx (at) linklift.de

Skype: axxxx.mxxxxxxx2

[Mäjhladresse, name, telefonnummer und skype-id sind in einem akt des von seiten linklifts unverdienten zivilisierten betragens von mir unkenntlich gemacht worden.]

Klar, jemand der mir mit so einer frage kommt, der fragt sich nicht, ob ich nicht vielleicht aus einem guten grund und mit voller und gut durchdachter absicht völlig werbefrei bin. Und das, obwohl ich im blog, auf dem er werben will, völlig offen dazu stehe, dass ich obdachlos bin und vom betteln lebe. Dafür müsste so ein zeitgenosse ja lesen wollen, und dafür hat er nicht in meinem marginalisierten geschreibsel vorbeigeschaut. Der schaut nicht nach etwas zum lesen, wenn er ein blog besucht. Der sieht einfach nur noch mit der brille des werbers eine freie fläche, die mit reklame zugekleistert werden kann, weil sie noch nicht zugekleistert ist. Ich finde es immer wieder zum kotzen.

Normalerweise lösche ich einen derartigen schrott und stoße einen fluch gegen diese menschen aus, die mich dazu auffordern, für eine handvoll groschen die suchergebnisse der diversen suchmaschinen durch gekaufte links zu manipulieren. So wollte ich auch in diesem fall vorgehen, aber denn legte ich die mäjhl erstmal beiseite, denn darin war etwas, was ich niemals vergessen werde. Und dann atmete ich fast zwei wochen am stück durch, bevor ich noch einmal einen blick reinwarf, einen blick in diese mäjhl, die ich auch ohne die erinnerung an frühere unverschämtheiten genau so widerlich finde wie alle anderen derartigen mäjhls.

Nein, diese mäjhl würde ich niemals als eine spämm bezeichnen. Es ist keine mechanische, milljonenfache massenmäjhl, es ist ein individuell geschriebenes stück „mitteilung“ mit einem echten absender, mit persönlicher anrede und einem kurzen anliegen — wenn auch einem anliegen, dass mich mit verachtung erfüllt und mit einer beachtlichen dürftigkeit des mitgeteilten. Das ist es aber nicht allein, was mir daran aufstieß, es ist die tatsache, von welcher firma diese mäjhl ausging. Linklift? Da war doch mal was? Ja, richtig, das ist die firma, die damals versucht hat, die deutsche versjon des blogsystemes WordPress mit der neuen form der plackinn-spämm auszuliefern.

Das vergesse ich nicht so schnell. Auch, wenn es damals zu einem sinneswandel auf seiten von linklift und zu einem rückzug in relativer würde kam, bei dem mir persönlich irgendwie die entschuldigung für die fünf tag lang ertragene zumutung fehlte. (Ich bin am ende der geschichte körperlich zusammengebrochen, so sehr wurde ich persönlich angefeindet. Und ich kann mir nicht einfach einen arzt leisten. Diese astlöscher haben mich fast kaputtgekriegt mit dem gierpfuhl, den sie mit ihrer verwirtschaftungsscheiße angestoßen haben. Nur, weil ich eine deutliche meinung dazu geäußert habe und spämm als spämm bezeichnet habe.) Aber was solls!? Immerhin war dieser versuch, freie softwäjhr mit spämm zu verhunzen, im widerstand eines großen teiles der davon betroffenen bloggosfäre gescheitert und wurde deshalb aufgegeben — und linklift hat doch noch im zuge dieser ganzen scheiße genügend geldwerte aufmerksamkeit bekommen, die gewiss zu so manchem geschäft mit so manchem selbstverkaufsblogger führte. Dass die spämm eingestellt wurde, war tatsächlich schon mehr, als ich ernsthaft erwartet hatte. Da muss nicht noch jemand zerknirschtheit heucheln, dessen einzige ethik in der steigerung der profite besteht. (Wenn mehr ethik — dieses wort wird von mir nicht im sinne der COS und ihrer hirnficks benutzt — dagewesen wäre, dann hätten die niemals eine derartige werbeform gewählt.)

Und die wollen jetzt also, nach und trotz alledem, von mir (persönlich angeschrieben, namentlich angesprochen), dass ich ihnen für eine handvoll klickercents links verkaufe, damit auf diese weise die reihenfolge der suchergebnisse in guhgell verändert wird. Ich glaube, es hackt! Ich habe schon einmal einem eurer vertreter in etlichen kilobytes gebloggtem textes als antwort auf eine als kommentar verpackte unverschämtheit erklärt, warum ich überhaupt blogge und dass ich meine mitteilungen nicht dadurch entwerte, dass ich sie zur marktware für windige werbe- und linkhändler mache. Ich wünsche euch bei linklift immer noch die baldige bekanntschaft mit dem insolvenzverwalter und bin froh, dass ich solche mitmenschen wie euch meinem recht trüben dasein nicht hinzufügen muss. Und selbst jetzt seid ihr noch so richtig komische käuze, die für eine derartige minimalmitteilung wie die oben zitierte mäjhl ziemlich weitgehende restrikzjonen ohne jegliche grundlage beanspruchen, so dass man nicht einmal darüber schreiben oder reden können soll:

GEHEIMHALTUNGSPFLICHT: Der Inhalt dieser Email ist vertraulich und ausschließlich für den bezeichneten Adressaten bestimmt. Wenn Sie nicht der vorgesehene Adressat dieser Email oder dessen Vertreter ein sollten, so beachten Sie bitte, dass der Inhalt urheberrechtlich geschützt ist und dass jede Form der Kenntnisnahme, Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe des Inhalts dieser Email unzulässig ist. Wir bitten Sie, sich in diesem Fall umgehend mit dem Absender in Verbindung zu setzen und das Material von Ihrem Computer zu löschen.

Mit verlaub, ich lasse mir weder eine pflicht zur geheimhaltung für eure unverlangten unverschämtheiten aufbürden, noch bin ich dazu bereit, einen derart dürftigen mäjhltext ein ausreichendes maß an schöpferischer tiefe zuzuerkennen, die urheberrechtlich schützenswert ist. Da ist ja der durchschnittliche „tweet“ schöpferischer und origineller. Wenn euch bei linklift das nicht passt, könnt ihr mich gern verklagen — ich kann aber leider wegen meiner obdachlosigkeit nicht mit einer ladefähigen anschrift dienen und geld ist bei mir auch nicht zu holen, nicht einmal so etwas wie Hartz IV. Da könnt ihr euch noch so anstrengen, in meinem scheiß dasein ist einfach nichts mehr zu zerstören oder mit irgendwelchen finanzjellen angstpeitschen weiter zu knuten. Aber wenn ihr das jetzt unbedingt wollt, macht euch ruhig noch mehr zum narren, als ihr das jetzt schon tut. Die mäjhl, die mir einer eurer (als männätscher auftretender, dass ich nicht brülle!) mitarbeiter in einem — ich nehme dies zu seinen gunsten so an und halte den schrieb nur deshalb nicht für einen persönlichen angriff — anfall vollständiger geistiger umnachtung zugesandt hat (und die nachweisbar wirklich von linklift ausging), die werde ich allerdings nicht löschen, sondern dauerhaft archivieren. Man weiß ja nie, zu was für verzweiflungstaten ihr auf der flucht vor dem pleitegeier und dem kuckuck noch bereit sein werdet und vor welchen richtern ich dann einmal erklären muss, was so ein mäjhlheader eigentlich ist und wie man ihn deutet.

Mit kalten und sehr unfreundlichen grüßen

Elias Schwerdtfeger, aka der nachtwächter
(nach diktat verreist)

PS: fahrt zur hölle!