Hadmut Danisch des tages

Zu meiner Zeit gab es da so eine bewährte, kanonische Standardmethode, wie man schwanger wurde. Morgens, mittags, abends, nachts, bis der Erfolg eintritt. Das beruhte aber noch auf überkommenen Geschlechtervorstellungen von Mann, Frau und so. Nein, Korrektur. Nicht „und so“. Mann, Frau, Ende. Der Weg zur Schwangerschaft algorithmisch eindeutig. Früher hat man einfach gepimpert, geschnackselt, geknattert, anstatt darüber zu diskutieren und Selbsthilfeartikel zu schreiben

Einmal ganz davon abgesehen, dass die verhinderung einer befruchtung dabei oft etwas höhere priorität hatte, weil es im grunde ja so verdammt einfach geht und auch noch spaß macht… 👶️

Ich wurde zum beispiel noch mit den worten „ich passe schon auf“ meines vaters gezeugt.

Zum tag der genitalen selbstbestimmung

Das Kind wird ja nicht gefragt beziehungsweise kann gar nicht gefragt werden, wenn es zu klein ist. Würden Eltern mit einem wenige Monate alten Säugling zum Tätowierer gehen und ein großflächiges „religiöses“ Tattoo verlangen, wäre das sittenwidrig und strafbar. Dasselbe gilt für fast alle anderen Körperverletzungen. Niemand käme auf die Idee, Eltern dürften aus Gründen der „Tradition“ oder weil es angeblich ein Gott befohlen hat, ihren Kindern die Ohrläppchen abschneiden, Tellerlippen gestalten oder ihnen rituelle Narben im Gesicht zufügen. Ich glaube auch nicht, dass ein Arzt oder eine andere Person gegen den ausdrücklichen erklärten Willen eines sechsjährigen Mädchens allein auf Wunsch von deren Mutter oder Vater dem Kind Ohrlöcher stechen würde.

Es geht nicht darum, ob oder dass die Beschneidung per se unzulässig wäre. Selbstverständlich kann jede entscheidungsfähige Person (etwa ab dem Zeitpunkt der „Religionsmündigkeit“) darüber frei entscheiden, anders als über andere, „sittenwidrige“ Eingriffe, die auch durch Einwilligung nicht gerechtfertigt werden können, etwa chirurgische Gestaltungen grotesker Schönheits-Ideale. Wer sich beschneiden lassen will, aus welchen Gründen auch immer, darf das selbstverständlich tun. Es geht darum, ob Eltern/Sorgeberechtigten das „Recht“ einzuräumen ist, ihre eigenen (!) Moral- oder Religionsvorstellungen mit Gewalt durch nicht revidierbare körperliche Eingriffe an ihren Kindern zu „verwirklichen“

[…] Es ist in Deutschland bei Strafe verboten, einem Schaf den Hals durchzuschneiden. Aber jeder fundamentalistische „Beschneider“ darf Kleinstkindern gegen ihren Willen ohne wirksame Betäubung auf Befehl der Eltern die Penisvorhaut abschneiden. Ich halte das für soziologisch erklärbar, aber für in der Sache abwegig

Prof. dr. Thomas Fischer

Zitat des jahres zum tag der pressefreiheit

Ich werde Sie vernichten. Ich werde Sie ausfindig machen, ich verfolge Sie bis ans Ende Ihres Lebens. Ich verlange 200.000 Euro Schmerzensgeld, die müssen Sie mir noch heute überweisen

Stephan Mayer, ehemaliger obermotz der CSU [archivversjon]

Schade, dass der bayerische schundfunk dafür keine bessere kwelle als das lügenblatt angeben kann. Vielleicht möchte der ehemalige generalsekretär der christlich-stalinistischen unjon ja mal eine p’litische zweitkarrjere in russland machen. Oder in nordkorea.

Fefe des tages

Fefe hat angesichts der jüngeren panischen fluchtbewegung weg vom zwitscherchen — bei dem sich übrigens durch den besitzerwexel nix verändert hat, es ist immer noch ein ganz normales unternehmen und bei dem ich noch keine anzeichen dafür erkenne, dass es sich zum noch übleren wenden könnte — ein paar gepfefferte worte über das fediverse geschrieben.

Die Puritaner und Zensuranhänger ziehen gerade von Twitter nach Mastodon ab, das ja dezentral und daher angeblich besser ist. Wenn man sich aber Mastodon anguckt, dann findet man: Da gibt es keineswegs freie Kommunikation zwischen dezentralen Instanzen, sondern die Instanzen filtern sich alle gegenseitig weg. Mastodon ist wie Twitter, wo man ganze Länder und Server wegfiltert, „weil da die Nazis sind“.

Mastodon sieht aus meiner Sicht wie ein gescheitertes Experiment aus. Die werden sich da jetzt alle gegenseitig bekämpfen, noch krasser als bisher eh schon. Und genau wie die Puritaner in Amerika werden sie die Legende in die Welt setzen, sie seien vor Unterdrückung geflohen. Dabei sind sie die Unterdrücker gewesen

In diesem sinne: willkommen im fediverse! Zieht bitte die ganzen stinkenden scheißjornalisten, propagandisten und drexp’litiker mit in die großen mimosenkokons des fediverse! Ich werde sie nicht vermissen, sondern ganz im gegenteil.

Zitat des tages

Ich zahl gebühren, damit ihr meine kinder zu suchtkranken automaten-dschunkies macht.

Ikke Hüftgold über das glücksspiel-sponsoring für ARD-sendungen [der link geht zu juhtjuhbb]

Ich wünsche auch weiterhin viel spaß beim bezahlen der kwasisteuer aufs bewohnen einer wohnung, um damit den BRD-parteistaatsfunk zu finanzieren! Und natürlich viel spaß beim brüllball, der sogar die relevanzkriterjen der scheißtagesschau überhüpft, ganz im gegensatz zu den lebensbedingungen armer menschen unter der gegenwärtigen preisspirale fürs wohnen, heizen, fressen und motorisierte fortbewegen.