Danke!

Haben Medien nicht auch die Aufgabe, die Dinge beim Namen zu nennen? Erdoğan nennt es „Militäroperation Friedensquell“, die deutschen Medien sprechen vom „türkischen Militäreinsatz“ oder nennen es „türkische Militäroffensive“. Beide Begriffe jedoch neutralisieren einen wichtigen Aspekt, der sich am besten in dem Vers von Matthias Claudius aus dem Jahre 1778 wiedergeben lässt: „’s ist Krieg! ’s ist Krieg!“

Die sich nicht schämen können…

…unsere ganzen in presse und glotze hochverehrten geldsäcke, herrenmenschen und parlament-arier:

Bei „normalen“ Menschen ist mittlerweile das Phänomen der Flugscham verbreitet. Wer einmal im Jahr in den Urlaub fliegt, ringt mit seinem Gewissen — um des Klimas willen. Für Politiker und Wirtschaftslenker ist Scham jedoch offenbar eine unbekannte Gefühlsregung. Sie halten sich für so wichtig, dass sie hemmungslos um die Welt jetten dürfen. Zunehmend auch in Privatjets. Und absurderweise auch zu Klimakonferenzen

🎯

Extinction rebellion

(Welcher hirnfickende reklame- oder propagandaaffe kann da eigentlich mal wieder weniger deutsch, als er englisch spricht? Eine aussterberebelljon? Na, dann fangt mal an mit dem aussterben! 🤦)

[…] stellt nicht die Machtfrage, bewirkt nichts für das Klima […] hat keine blassen Schimmer von kapitalistischer Ökonomie der ihr innewohnenden Gesetze, ist also nur ein reaktionärer Lifestyle-Scheiß

Fefe des tages

Eine Sache haben Fridays for Future geschafft: In Deutschland hängt gerade stark vermehrt Greenwashing-Werbung aus. Die Bahn hat ihre Bahnhöfe geradezu mit „wir sind ja so umweltschonend“-Werbung tapeziert. Andere Firmen sind nachgezogen. Ich fuhr vorhin im Zug an einer Müllverbrennungsanlage vorbei, wo sie am Schlot ein fettes Transparent angebracht haben, dass sie ja seit 50 Jahren Umweltschutz betreiben, weil sie mit dem brennenden Müll Strom erzeugen / Fernwärme verkaufen […] Und darüber ragte so der Schlot in den Himmel

Die digitalisierer

Das, was unter dem Begriff der Digitalisierung transportiert wird, ist zum großen Teil zum Schaudern und bringt in keiner Weise weiter. Die plattesten Vertreter der technologischen Epoche sind am schnellsten zu demaskieren: Ihnen schwebt eine Herrschaft der Algorithmen über das lohnabhängige Objekt Mensch an. Dass die Gewerkschaften in diesem Kontext nicht aufmerksamer sind, beschreibt den Zustand politischer Tristesse

Zitat des tages

Journalisten würden von Klimaforschern als „willfährige Sekretäre betrachtet, die aufschreiben und massentauglich zu drucken haben“, hat ein Ethnologe beobachtet, der die Klimadebatte seit langem analysiert. Auf Widerstand stoßen Wissenschaftler selten, sie gelten unter den meisten Journalisten als sakrosankt, nehmen die unangreifbare Position ein, die früher Ärzte oder Priester innehatten

[Archivversjon]

Zitat des tages

Ihr seid so doof. Was ihr nicht merkt ist, dass die Dinge bröckeln. Auf die Gängelung durch eine selbstherrliche Obrigkeit hat die Mehrheit nicht den Hauch von Bock und reagiert darauf im Moment mit vielen Dingen, die ihr gar nicht seht. Geht doch mal wieder in eine verrauchte Kneipe, hinten am Bahnhof zum Späti auf ein Bier an eine dieser speckigen Tonnen oder auf so ein garantiert unveganes Dorfest außerhalb des S-Bahn-Rings, auf denen der Pöbel feiert, dessen Lebensstil ihr so leidenschaftlich verachtet, aber das könnt ihr gar nicht, weil ihr gar nicht wisst wo der Pöbel überhaupt zu finden ist. Lieber sitzt ihr feist und satt auf eurem begrünten Balkon über Berlin-Friedrichshain, Ingwer-Zitronengrastee auf dem Tisch und einen getrockneten Apfelschnitz in der Hand, während der Pöbel unten bei 32 Grad die Straße neu teert. Euren Bürgersteig pflastert. Eure Couscousbrösel für euer Taboulé in den Bioladen liefert. Und euren Wohlstandsmüll zur Deponie fährt. Um danach mit dem Regionalexpress wieder raus nach Brandenburg zu fahren. Sprecht doch mal mit einem von denen. Die hassen euch alle inzwischen. Und ihr merkt nichts da oben auf eurem Balkon, auf dem ihr alt werdenden Vetteln vor dem Macbook immer noch wie 2010 über dem nächsten Hashtag für die neueste Empörung brütet. Und von wo aus ihr nicht seht wie sich der Wind dreht, wie eure Onlinekampagnen nicht mehr verfangen, die Leute sich ermüdet bis angewidert abwenden nach der hunderttausendsten beliebigen Empörungswelle, die aus irgendeinem Grund immer noch jedes Mal tagelang durch eure angeschlossenen Funkhäuser genudelt wird

Töpfchen

Jedes Kleinkind erkennt Gesichter mit einer höheren Zuverlässigkeit als sogenannte ‚KI‘, dennoch wird Letztere gefeiert, als seien die ersten Menschen auf einem Exoplaneten gelandet. Was soll erst werden, wenn die erste KI das erste Mal aufs Töpfchen geht? Die ewige Mythologie lebt davon, dass das Auditorium – und meist auch die Autoren – keine Ahnung von EDV haben

Die künstliche intelligenz ist schon wieder tot. Nur scheißjornalisten, scheißp’litiker und psychopatische menschenfeinde mit maschinenfetisch haben es noch nicht mitgekriegt. So genannte künstliche intelligenz scheitert an einfachsten aufgaben und wird es auch in zukunft tun — und nein, da wurde in den letzten jahren nicht zu wenig geld für die forschung ausgegeben. Es kann gut sein, dass in den letzten fünf jahren insgesamt von konkurrierenden unternehmen mit riesenambizjonen auf dieser welt mehr geld für die forschung an künstlicher intellgenz verbrannt wurde als für die gesamte weltraumfahrt, schließlich sollen die autos bald „autonom“ fahren. Im moment ist es nicht einmal möglich, maschinenlesbar gestaltete KFZ-kennzeichen mit einer auch nur halbwegs erträglichen fehlerkwote automatisch einzulesen. Gut, letzteres mag an der inkompetenz und korrupzjon in der BRD liegen, grüße auch an t-systems, siemens und die anderen üblichen verdächtigen…

Zitat des tages

Es bleibt für mich befremdend, mit welcher Leichtfertigkeit Journalisten früher als tadellos geltender Institutionen von der FAZ bis zum ZDF am eigenen Ast ihrer Glaubwürdigkeit sägen. Die Folge liegt doch auf der Hand: Sobald es darum geht, echte Problembereiche sachlich darzustellen, vom Klimawandel bis zum Rechtsextremismus, glauben diesen Journalisten immer weniger Menschen, weil sie befürchten müssen, dass es sich um massiv manipulierte Darstellungen handelt. Dieselben Leitmedien, die immer wieder vor Populismus warnen, bedienen sich inzwischen ungehemmt populistischer Methoden. Das Misstrauen gegen diese Leitmedien ist deshalb gerade bei Gebildeten stark gewachsen […] Was Günther Wallraff vor über vierzig Jahren mit Blick auf die „Bild“-Zeitung anprangerte, gilt heute für einen Großteil unserer Leitmedien insgesamt

Arne Hoffmann